• Aktuell
  • Blog
  • Autor
  • Übersetzer
  • Sprecher
  • Lektor
  • Kontakt
Menu

Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

Street Address
Vienna
Phone Number

Your Custom Text Here

Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

  • Aktuell
  • Blog
  • Autor
  • Übersetzer
  • Sprecher
  • Lektor
  • Kontakt

EIN TRAURIGES, FURCHTERREGENDES SPIEL – Interview mit Artem Tschech auf buchkultur.net

October 15, 2026 Martin Pesl

Artem Tschech © Danylo Pavlov

Am liebsten würde er über die Liebe schreiben. Aber Artem Tschech ist Ukrainer, er kämpft sogar als Soldat für die Freiheit seines Landes. Es bleibt ihm also nicht viel anderes übrig, als über den Krieg zu schreiben.

Mit »Nullpunkt« und Frontberichten in deutschen Zeitungen erlangte der 1985 geborene Tschech auch in unseren Breiten Bekanntheit. Sein neues Buch »Musik für einen Soldaten«, vom Verlag Klett-Cotta als Roman gelabelt, ordnet er selbst als Sonderfall ein.

Buchkultur: Herr Tschech, der englische Titel ihres neuen Buches »Musik für einen Soldaten« lautet »Dress Up Game«, eine wörtliche Übersetzung aus dem Ukrainischen. Das bedeutet so etwas wie »Anziehspiel«. Was hat es damit auf sich?

Artem Tschech: Den gleichen Titel habe ich auch einer Kolumne für eine ukrainische Publikation im Sommer 2021 gegeben. Darin beschrieb ich, wie ich einige Jahre nach meinem Militäreinsatz 2015/16 die Uniform aus meinem Seesack wieder anprobiert und mich gefragt habe, ob ich sie je wieder regelmäßig tragen würde. Bald darauf stellte sich heraus: ja. Dass ich diese Soldatenuniform im Laufe meines Lebens immer wieder an- und ausziehen würde, kommt mir wie ein Spiel vor. Ein trauriges, furchterregendes Spiel, das unmöglich zu gewinnen ist. Das Buch ist in zwei Abschnitte unterteilt, einer davon trägt den Titel »Musik für einen Soldaten«, und ich hatte diesen Titel auch für die ukrainische Ausgabe in Erwägung gezogen. Warum genau der deutschsprachige Verlag das ganze Buch dann so genannt hat, können die dort sicher besser erklären.

Auf Deutsch wird das Buch als Roman vermarktet, also als fiktionales Werk, dabei liest es sich wie eine sehr persönliche Schilderung. Was davon trifft zu, und ist es Ihre Absicht, die Leser/innen in dieser Hinsicht ein bisschen im Dunkeln tappen zu lassen?

Es ist Autofiktion, also meiner Meinung nach zu künstlerisch, um zu 100 % als dokumentarische Prosa durchzugehen. Ich selbst würde das Buch aber auch nie als Sachbuch bezeichnen. In meinen Augen ist es ein hochliterarischer Text, so geschrieben und komponiert, dass die Leser/innen an seine fiktionale Struktur glauben. In der Ukraine erscheint derzeit sehr viel dokumentarische Prosa: Tagebücher, Reportagen und Essays. Ich wollte ein bisschen weg von der herkömmlichen Lesart (und »Schreibart«) dieses Krieges. Ist in diesem Buch irgendetwas erfunden? Nein. Ist es dokumentarisch? Keineswegs.

In den letzten 20 Jahren haben Sie fast jedes Jahr ein Buch veröffentlicht, einige davon während ihres Militärdienstes. Wie schaffen Sie dieses beeindruckende Pensum – nicht zuletzt, da ihr neues Buch unter anderem davon handelt, wie Sie an der Front eben nicht zum Schreiben kommen?

Wenn ich in einer Kampfeinheit bein – derzeit bin ich in Kyjiw stationiert –, schreibe ich nichts als höchstens Kolumnen für diverse Medien. Der gesamte kreative Prozess findet ausschließlich während meiner Freigänge statt. Wenn Sie die Zahl der Bücher und die Zeit, die ich zum Schreiben gebraucht habe, analysieren, kommt gar nicht so viel heraus. Seit 2015 habe ich vier belletristische (und zwei autofiktionale) Werke geschrieben. Ist das viel für einen Autor, der eine große Schreibenergie in sich spürt? Während des Krieges habe ich bisher nur einen einzigen Roman vollendet – er erscheint dieses Jahr im September. Alles andere ist hauptsächlich altes Material, dem ich einen Feinschliff verpasst habe. Ich würde wirklich gerne mehr schreiben. Es gibt so viel, worüber es sich zu schreiben lohnt. Aber keine Zeit.

Weiterlesen …

In Autor Tags Literatur, Interview, Buchkultur, Krieg, Ukraine

WIEDERGELESEN: SCHAM MIT SCHARM – Klassikerrezension in der Buchkultur 228

October 3, 2026 Martin Pesl

Marlen Haushofer und ihr Krimi, der keiner ist: Endlich allein! Ein Ausruf, der sich Marlen Haushofer und einigen ihrer Protagonistinnen zuschreiben lässt. Und nun dank Neuausgabe auch ihrer Erzählung „Wir töten Stella“.

In den späten 1960ern wurde der Krimi revolutioniert: Bei „Columbo“ wusste das Publikum von der ersten Sekunde an, wer der Mörder war. Dennoch verfolgte es gebannt die Ermittlung. Marlen Haushofer starb 1970, die ersten Folgen der Fernsehserie mit Peter Falk könnte sie also theoretisch gesehen haben, nicht aber, bevor sie 1958 ihre Erzählung „Wir töten Stella“ herausbrachte.

Der Titel – ursprünglich sollte er noch drastischer „Wir morden Stella“ lauten – nimmt das ultimative „Columbo“-Prinzip vorweg. Wer’s war, verrät das erste Wort. Und doch muss man sehr genau lesen, um zu erkennen, was eigentlich passiert: Denn als die Ich-Erzählerin Anna an einem Wochenende ersehnter Einsamkeit endlich Zeit hat, das Geschehene zu Papier zu bringen, agiert sie zwar mit scharfer Beobachtung, aber auch ohne Leserschaft im Sinn – ähnlich wie ihre berühmtere Nachfolgerin, die Erzählerin von Haushofers fünf Jahre später erschienenem Roman „Die Wand“. Dass Annas Mann Richard also die Schülerin Stella, Tochter einer lebenslustigen Freundin und vorübergehender Hausgast der Familie, geschwängert und zur Abtreibung gezwungen, diese sich daraufhin ganz absichtlich vor einen fahrenden Lastwagen geschmissen hat, steht da in dieser Klarheit nicht. Solch literarisch verwertete Schamhaftigkeit macht den Text auch bei neuerlicher Lektüre so meisterhaft aufregend.

Weiterlesen in der Buchkultur 228

In Autor Tags Rezension, Buchkultur, Österreich, Literatur

DIE KINDER DER ANDEREN – Romanrezension in der Buchkultur 228

October 3, 2026 Martin Pesl

Vom queeren Mutter(un)glück erzählt ein Booker-nominierter katalanischer Roman.

Pedro Almodóvar sagt, er würde dieses Buch gern verfilmen. Das ist gut vorstellbar, aber auch sein Kollege David Cronenberg hätte womöglich seine Fantasien dazu: In „Boulder“ beschreibt die katalanische Schriftstellerin Eva Baltasar anschaulich und schonungslos den Körperhorror der Mutterschaft – allerdings den der indirekten. Die Ich-Erzählerin führt ein zügelloses Leben als Schiffsköchin, als sie Samsa kennenlernt und sich in sie verliebt. Die beiden ziehen zusammen nach Reykjavík, nehmen neue Jobs an und führen ein erfülltes Leben. Dann jedoch eröffnet Samsa ihrer Partnerin, die sie Boulder nennt (Samsa ist Geologin), sie wolle „mit ihr“ ein Kind. Boulder hat daran zwar keinerlei Interesse, willigt aber dennoch ein, sie bei dem Prozess der künstlichen Befruchtung, Schwangerschaft und Aufzucht des Kindes zu begleiten.

Weiterlesen in der Buchkultur 228

In Autor Tags Rezension, Buchkultur, Spanien

SCHON WIEDER ETWAS PASSIERT – Romanrezension in der Buchkultur 228

October 3, 2026 Martin Pesl

Kunstvoll und mitreißend: Luca Kiesers Roman „Simsalabim, Simon Brenner“

Die Rechten sind zu gefährlich, so wird der junge Polizist Luca Kieser als verdeckter Ermittler eben auf linke Studierende angesetzt. Der Einsatz wird schiefgehen, das verrät ein Vorausblick gleich zu Beginn. Wir schreiben das Jahr 2010, unter anderem wurde gerade ein höchst umstrittenes Bauprojekt in Stuttgart gestartet, bis 2021 soll der neue Bahnhof fertig sein. Luca wird von seinem Chef allerdings in die Unistadt Heidelberg entsandt. Mit einer Armbanduhr als Aufnahmegerät soll er illegalen Aktionen auf die Schliche kommen, die eine vermeintlich radikale Gruppierung plant. Sein Chef Wolfgang gibt ihm den Decknamen Simon Brenner und schenkt ihm dazu den ersten Wolf-Haas-Krimi, der den gleichnamigen Detektiv in die Welt brachte.

Weiterlesen in der Buchkultur 228

In Autor Tags Rezension, Buchkultur, Deutschland
Older Posts →

FILTER

Filtern nach Kategorie: Blog
Filtern nach Kategorie:
Filtern nach Kategorie: Übersetzer
Filtern nach Kategorie: Sprecher
Filtern nach Kategorie: Lektor
RSS Feed des Blogs abonnieren

Tags

  • Theater
  • Kritik
  • Falter
  • Wien
  • Festival
  • Nachtkritik
  • Buchkultur
  • Burgtheater
  • Wiener Festwochen
  • Interview
  • Performance
  • Deutschlandfunk Kultur
  • Rezension
  • Tanz
  • Literatur
 


℗ © 2005–2026 Martin Thomas Pesl