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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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ABHATEN MIT STEFANIE REINSPERGER – Kritik im Falter 13/26

March 25, 2026 Martin Pesl

© Tommy Hetzel

Irgendwie geht sich’s immer aus. Diese Grundhaltung vermittelte 1942 Thornton Wilders „The Skin of Our Teeth“ dem Publikum in den USA. Das Land trat in den Weltkrieg ein, die Bühnenfiguren aber riefen: „Der Krieg ist vorbei!“ Im Burgtheater hat nun Direktor Stefan Bachmann das Stück, zu Deutsch: „Wir sind noch einmal davongekommen“, inszeniert.

Die recht übermütige Handlung: Familie Antrobus (gleichlautend mit dem griechischen Wort für Mensch, „anthropos“) lebt schon seit Tausenden von Jahren. Immer wieder steht sie kurz vor der Apokalypse, durch Eiszeit, Sintflut und einen Bombenkrieg, die dann aber doch von einer Art Weltrat vertagt wird (für ein Kurzfilm zu Beginn wurde sogar Wiens Bürgermeister Michael Ludwig gecastet).

Das Thema – Resilienz im Angesicht globaler Krisen – scheint gerade brandaktuell. Wilder bereitet es auf satirisch übermütige Art auf. Sein liebster Trick: Immer wieder wird daran erinnert, dass das alles nur Theater ist. Der Witz geht freilich nach hinten los: Wenn die Schauspielerinnen und Schauspieler gar so oft aus ihren Rollen fallen und authentisch vermitteln, dass sie den Text scheiße finden, dann glaubt man ihnen eben. 

Weiterlesen im Falter 13/26

In Autor Tags Falter, Theater, Kritik, Wien, Burgtheater

KULTUR HEUTE – Radiokritik aus dem Burgtheater im Deutschlandfunk

March 21, 2026 Martin Pesl

Caroline Peters, Stefanie Reinsperger © Tommy Hetzel

Das ist doch mal eine gute Nachricht zum ungefähr viertausendsten Hochzeitstag von Mr. und Mrs. Antrobus: Der Weltuntergang ist wieder einmal offiziell verschoben worden. Aber ist das wirklich so erfreulich? Schließlich ist es der kälteste Tag des Jahres, und das im August! Um Wärme zu erzeugen, werden sogar Klaviere und Bücher verbrannt. Den ehrenwerten Mr. Antrobus, Erfinder des Rades und des Alphabets, spielt Publikumsliebling Nicholas Ofczarek – erstaunlich salbungsvoll: 

Nicholas Ofczarek (als Antrobus): ich habe noch nie für längere Zeit vergessen, dass das Leben ein Kampf ist. Ich weiß, dass alles Gute und Besondere auf der Welt in jedem Augenblick gefährdet ist und dass man dafür kämpfen muss.

Ansonsten haben wir es in Thornton Wilders „Wir sind noch einmal davongekommen“ mit dem zu tun, was sich der Autor im Kriegsjahr 1942 unter einer ganz normalen, biederen amerikanischen Familie vorstellte. Die Mutter (dargestellt von Caroline Peters) schimpft die Tochter, weil die sich schminkt. Und der Sohn erschlägt wieder einmal jemanden mit einem Stein, so wie damals seinen Bruder Abel. Ganz recht, es handelt sich um Kain, bekannt aus dem Alten Testament, nur nennen sie ihn jetzt Henry. Gespielt werden die „Kinder“ von Mehmet Ateşçi und Zeynep Buyraç aus dem Ensemble der Wiener Burg, aber auch wirkliche Kinder tummeln sich auf Olaf Altmanns metallic-cleaner Bühne: Sie tragen Mammut- und Dinokostüme, um anzudeuten, dass dieses Stück in der Urzeit und der Gegenwart gleichzeitig spielt. 

Mrs. Antrobus: Sie haben das Feuer ausgehen lassen! Haben Sie Ihr Mammut gemolken?

Stefanie Reinsperger: Bist du deppert, ich hab’s ja gesagt, ich verstehe kein Wort von diesem Stück. (Als Sabina, das Hausmädchen): Ja, ich habe das Mammut gemolken!

Weiterhören:
Kultur heute
Moderation: Michael Köhler
Samstag, 21. März 2026, 17:30 Uhr, Deutschlandfunk

In Autor, Sprecher Tags Deutschlandfunk, Theater, Kritik, Wien, Burgtheater

FAZIT – KULTUR VOM TAGE – Live-Kritik aus dem Burgtheater auf Deutschlandfunk Kultur

March 20, 2026 Martin Pesl

© Tommy Hetzel

Auftrag

Kritik der Premiere „Wir sind noch einmal davongekommen“ im Gespräch mit Britta Bürger

Auftraggeber

Deutschlandfunk Kultur

Projektinfo

Eigentlich könnte Familie Antrobus friedlich in New Jersey leben, müssten sie nicht dreimal hintereinander dem Weltuntergang ins Auge blicken: Eiszeit, Sintflut und Krieg. Doch die Menschheitsfamilie kommt gerade noch einmal davon; sie erweist sich als erstaunlich krisenfest und vertraut auf Ideen, Glaubenssätze und Erzählungen, die sie vom Chaos in ein neues Leben führen. Raum und Zeit sind in dieser Revue über das Menschsein scheinbar aufgehoben: Im Vorgarten grasen Dino und Mammut, während Homer und Moses um Asyl bitten und die Bücher in der Bibliothek zu sprechen beginnen …

Der US-amerikanische Autor und Pulitzer-Preisträger Thornton Wilder schrieb dieses Stück, während die Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg eintraten. 1942 stellte er den urkomischen und zutiefst abgründigen Genre-Sprenger fertig, der bald darauf zum Welthit werden sollte. Neben der bitteren Erkenntnis, dass die Menschheit das Böse wohl immer auch als einen Teil von sich akzeptieren muss, steht der unerschütterliche Glaube an die humanistischen Werte.


Fazit – Kultur vom Tage
Moderation: Britta Bürger
Freitag, 20. März 2026, 23:05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur

In Sprecher Tags Deutschlandfunk Kultur, Theater, Kritik, Burgtheater, Wien

DIE WELT NEHMEN, WIE SIE IST – Doppelkritik aus der BURG in der Theater heute 3/26

March 2, 2026 Martin Pesl

Dorothee Hartinger, Katharina Lorenz, Martin Schwab © Tommy Hetzel

An der Wiener Burg dreht Barbara Frey mit Robert Walsers „Der irrende Planet“ melancholische Runden; Bastian Kraft macht aus Nestroys „Zu ebener Erde und erster Stock“ einen grellen Videoclip

Zwei Abende, zwei Spielstätten, zwei Premieren. Kein Wunder, dass es gestern im Akademietheater der Burg so dunkel gewesen sei, meint eine Zuschauerin beider Inszenierungen. Das große Haus habe alles Licht gehortet. Klingt etwas seltsam, leuchtet aber dennoch ein. Barbara Freys Robert-Walser-Abend „Der irrende Planet“ und Bastian Krafts Umsetzung der Nestroy-Posse „Zu ebener Erde und erster Stock“ wirken wie Negative voneinander. Erst leise, nachtschwarz und melancholisch, dann laut, grell und im Showmodus – ein TikTok-Video, aber ein zweieinhalbstündiges. Menschen mit Hypersensibilität sei dringend die umgekehrte Reihenfolge nahegelegt: Dann können sie sich von Herrn Kraft bei Frau Frey erholen.

Der Stil der Schweizerin, die bis 2019 das Schauspielhaus Zürich und dann drei Jahre lang die Ruhrtriennale leitete, kommt bei den Texten von Landsmann Robert Walser voll zur Geltung. 1878 in Biel geboren, gilt Walser als Vertreter der sogenannten Angestelltenliteratur: keine große Heldenreisen, dafür präzise, oft hintergründige Alltagsbetrachtungen. Neben vier Romanen verfasste er vor allem Kurzprosa, die vom Fachpublikum gewürdigt wurde, ihm aber nie Geld einbrachte.

Das Schriftsteller-Ich, das in Walsers knapp 90-seitiger Erzählung „Der Spaziergang“ (1917) von einem solchen berichtet, dürfte mit dem Verfasser also weitgehend übereinstimmen. Nicht nur flaniert dieser Erzähler durch seinen Ort, er hat auch manches zu erledigen, etwa Steuerangelegenheiten. Eingebettet in ausführlichste Erläuterungen ersucht er den Finanzbeamten, „von jederlei Steuererhöhung, die Sie mir angekündigt haben, abzusehen, und ich muß Sie bitten, wenn nicht beschwören, meine Zahlungskraft so niedrig einzuschätzen wie nur immer möglich.“

Weiterlesen in der Theater heute 3/26

In Autor Tags Theater, Kritik, Wien, Burgtheater, Theater heute
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