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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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„SANKT FALSTAFF“ ODER WER WIRD JETZT EIGENTLICH DER NÄCHSTE KÖNIG? – Theaterkritik im Falter 20/26

May 13, 2026 Martin Pesl

© Tommy Hetzel

Eine Zeile gegen Ende von Ewald Palmetshofers neuem Stück lautet: „Ein Brustkorb bricht“. Davon hat sich der Bühnenbildner Thilo Reuther offenbar inspirieren lassen: Die gesamte Aufführung spielt sich unterhalb eines gigantischen Gerippes ab, das die gesamte Burgtheater-Bühne überthront.

Palmetshofer, Jahrgang 1978, hatte seinen Durchbruch als Dramatiker vor knapp zwanzig Jahren mit einem unverkennbaren, künstlich verfremdeten und doch klangvollen Sprachstils. Am Münchner Residenztheater kam 2025 „Sankt Falstaff“ zur Uraufführung, seine Neudichtung des Stoffs, der William Shakespeares Königsdrama „Heinrich IV.“ zugrunde liegt.

Weiterlesen im Falter 20/26

In Autor Tags Theater, Kritik, Falter, Burgtheater

KULTUR HEUTE – Kritik aus dem Burgtheater im Deutschlandfunk

May 10, 2026 Martin Pesl

Birgit Minichmayr © Tommy Hetzel

Auf dem Wiener Rathausplatz erstrahlt schon das Eurovision Village in schillerndem Violett. Die Sonne scheint, es herrscht das Wetter für einen lauen Frühsommerabend im Freien. Doch bevor die Song-Contest-Woche feierlich eröffnet wird, steht gegenüber, im Burgtheater, die letzte große Premiere der Saison an: Karin Henkel hat die österreichische Erstaufführung von Ewald Palmetshofers Shakespeare-Überschreibung „Sankt Falstaff“ inszeniert.

So geht es also aus dem Hellen ins Dunkle. Thilo Reuther hat einen Raum praktisch ganz in Schwarz-Weiß entworfen, wie Bilder einer Überwachungskamera oder, noch naheliegender: Röntgenbilder. Die Bühne rahmt das gigantische Gerippe eines Brustkorbs, unter dem sich die Polittragödie abspielt. Rechts im Vordergrund stapeln sich einige Bildschirme, auf denen – schwarz-weiß natürlich – die analogen Assoziationen nochmals gedoppelt werden: Augen, denen nichts entgeht: Überwachungsbilder –, sezierende Blicke, die unter die Haut gehen: Röntgenaufnahmen. Dazu hin und wieder ein paar ulkige Avatare – denn Palmetshofers Stück spielt, auch wenn die ironisch nobel stilisierte Sprachpartitur es nicht auf den ersten Moment erkennen lässt, in unserer heutigen Zeit der Tracker, Handys und Videotelefonie.

Weiterhören:

Kultur heute
Moderation: Anja Reinhardt
Sonntag, 10. Mai 2026, 17:30 Uhr, Deutschlandfunk

"St. Falstaff" - Karin Henkel insz. Ewald Palmetshofer mit Staraufgebot in Wien
Deutschlandfunk
In Autor, Sprecher Tags Theater, Kritik, Burgtheater, Deutschlandfunk, Shakespeare

THEATERTREFFEN 2026 – Gespräche als Juror

May 8, 2026 Martin Pesl

© Stefan Wieland

Auftrag

Teilnahme an Gesprächen im Rahmen des Theatertreffens 2026

Auftraggeberin

Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH

Donnerstag, 14. Mai 2026

Publikumsgespräch zu „Die Welt im Rücken“

Ca. 22 Uhr, Haus der Berliner Festspiele, Oberes Foyer

 

Freitag, 15. Mai 2026

Hintergrundgespräch mit dem Theatertreffen-Blog

 

Sonntag, 17. Mai 2026

Jury-Schlussdiskussion

17 Uhr, Haus der Berliner Festspiele, Oberes Foyer

Spielplan Theatertreffen 2026
Theatertreffen-Blog 2026

In Sprecher Tags Theatertreffen, Theater, Gespräch

GENAU MEIN HOMER! – Nachtkritik aus dem Landestheater Niederösterreich

May 1, 2026 Martin Pesl

© Philine Hofmann

In St. Pölten geht die Intendanz von Marie Rötzer zu Ende. Zum Abschied lädt das Ensemble unter Leitung von Sarah Viktoria Frick und Martin Vischer zu einer Abschiedsfahrt durch die Pampa. Albern, rührend und voller Wehmut. Und Wortwitz!

1. Mai 2026. Es ist die Zeit der letzten Saisonpremieren, einige verabschieden Intendanzen. Marie Rötzer leitet seit 2016 das Landestheater Niederösterreich in St. Pölten. Das liegt eine knappe halbe Zugstunde von Wien entfernt, wo Rötzer im Herbst als Direktorin des Theaters in der Josefstadt antritt (siehe die gestrige Nachtkritik). Zum Abschied hat sie für ihr gesamtes (!) Ensemble eine performative Klassenfahrt organisiert. In einem mutigen Schritt gab Rötzer ihre neun Schauspieler:innen dazu in die Obhut eines Duos, das bisher auf der kleinen, freien Wiener Underground-Bühne Bronski & Grünberg inszeniert hat.

Von Hollywood inspiriert

"Speed – Auf den letzten Metern" ist die vierte gemeinsame Regiearbeit des sonst schauspielerisch tätigen Ehepaars Sarah Viktoria Frick und Martin Vischer (sie Burg, er freischaffend), und die bisher größte. Und ja, der Abend ist von dem Hollywood-Actionfilm aus dem Jahr 1994 inspiriert, in dem Sandra Bullock und Keanu Reeves die Geschwindigkeit eines Busses bei über fünfzig Meilen pro Stunde halten müssen, weil sonst eine Bombe explodiert, die ein Erpresser an der Unterseite eben jenes Fahrzeugs angebracht hat. Allein für den Anlass, sich das nervenaufreibende Machwerk zur Vorbereitung nochmals anzusehen, muss man dieses Unterfangen feiern.

Weiterlesen …

In Autor Tags Theater, Kritik, Niederösterreich, Nachtkritik
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