In St. Pölten geht die Intendanz von Marie Rötzer zu Ende. Zum Abschied lädt das Ensemble unter Leitung von Sarah Viktoria Frick und Martin Vischer zu einer Abschiedsfahrt durch die Pampa. Albern, rührend und voller Wehmut. Und Wortwitz!
1. Mai 2026. Es ist die Zeit der letzten Saisonpremieren, einige verabschieden Intendanzen. Marie Rötzer leitet seit 2016 das Landestheater Niederösterreich in St. Pölten. Das liegt eine knappe halbe Zugstunde von Wien entfernt, wo Rötzer im Herbst als Direktorin des Theaters in der Josefstadt antritt (siehe die gestrige Nachtkritik). Zum Abschied hat sie für ihr gesamtes (!) Ensemble eine performative Klassenfahrt organisiert. In einem mutigen Schritt gab Rötzer ihre neun Schauspieler:innen dazu in die Obhut eines Duos, das bisher auf der kleinen, freien Wiener Underground-Bühne Bronski & Grünberg inszeniert hat.
Von Hollywood inspiriert
"Speed – Auf den letzten Metern" ist die vierte gemeinsame Regiearbeit des sonst schauspielerisch tätigen Ehepaars Sarah Viktoria Frick und Martin Vischer (sie Burg, er freischaffend), und die bisher größte. Und ja, der Abend ist von dem Hollywood-Actionfilm aus dem Jahr 1994 inspiriert, in dem Sandra Bullock und Keanu Reeves die Geschwindigkeit eines Busses bei über fünfzig Meilen pro Stunde halten müssen, weil sonst eine Bombe explodiert, die ein Erpresser an der Unterseite eben jenes Fahrzeugs angebracht hat. Allein für den Anlass, sich das nervenaufreibende Machwerk zur Vorbereitung nochmals anzusehen, muss man dieses Unterfangen feiern.
