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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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DER WAL HAT DIE QUAL – Buchrezension in der Buchkultur 207

April 17, 2023 Martin Pesl

Neuer Thriller, altes Schema: Kōtarō Isaka begleitet wieder Auftragskiller bei der Arbeit.

In Japan muss man echt aufpassen, zumindest wenn es nach dem Autor Kōtarō Isaka geht. Profikiller gibt es dort wie Sand am Meer ­– eigentlich unerklärlich, dass Tokio immer noch die bevölkerungsreichste Metropole der Welt ist. In seinen Romanen (zuletzt erschienen und verfilmt: „Bullet Train“) kommen einander die verschiedenen Spezialisten in abenteuerlichen Verwicklungen in die Quere. Genauso ist das auch in Isakas neuester Erscheinung auf Deutsch. „Suzukis Rache“. Der Titel bezieht sich auf den Plan eines (ausnahmsweise) unbescholtenen Bürgers, bei einer dubiosen Firma namens „Furoirain“ (Fräulein!) anzuheuern, um an den Sohn des großen Verbrecherbosses ranzukommen. Der fuhr nämlich Suzukis Frau zu Tode und beging Fahrerflucht. Allerdings kommt ihm ein anderer zuvor, der berüchtigte „Pusher“, der Leute vor Autos stößt wie Isaka seine Leser/innen ins Geschehen. Ausgerechnet Suzuki soll diesen Pusher nun im Namen der Firma ausfindig machen.

Weiter in der neuen Buchkultur

In Autor Tags Rezension, Buch, Japan

IRGENDWAS GEHT IMMER – Buchrezension in der Buchkultur 207

April 17, 2023 Martin Pesl

Wirklich, noch ein Buch über die Weiße Rose? Diese Frage hat Irene Diwiak erwartet und ihrem dritten Roman „Sag Alex, er soll nicht auf mich warten“ daher neben dem umfassenden Personenverzeichnis auch ein ausführliches Nachwort hintangestellt. Die akribische Beschäftigung mit der studentischen Widerstandsgruppe, die den Zweiten Weltkrieg letztlich doch nicht zu beenden, das NS-Regime nicht zu stürzen vermochte, scheint der aus Graz stammenden Autorin ein Anliegen gewesen zu sein. Insofern: Warum nicht?

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In Autor Tags Rezension, Buchkultur, Österreich, Krieg

SCHURKENSTÜCKE: MOOSBRUGGER – Kolumne in der Buchkultur 207

April 17, 2023 Martin Pesl

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In meinem 2016 erschienenen „Buch der Schurken“ versammelte ich 100 der genialsten Bösewichte der Weltliteratur in einem Minilexikon. Einige blieben dabei auf der Strecke. Schändlicherweise. Hier begleiche ich nach und nach die schurkische Schuld.

Endlich einmal etwas Interessantes. Dieser Gedanke begleitet die Beschäftigung mit vielen Schurken, den fiktiven ebenso wie den echten (nur so konnte Trump Präsident werden). Im 18. Kapitel seines epochalen und doch unvollendeten Werks „Der Mann ohne Eigenschaften“ lässt Robert Musil einen Frauenmörder namens Christian Moosbrugger auftauchen.

An diesem Schurken ist vieles besonders: zunächst, dass er von der Hauptfigur Ulrich – und folglich dem Autor – keineswegs als Antagonist wahrgenommen wird, vielmehr als Geisteskranker, dem es zu helfen gilt. Aus einer vagen Fürsorge heraus (nicht Sensationslust, nein, nein) will Ulrich Moosbrugger unbedingt kennenlernen, etwas für ihn tun. Ein Zugang zu Sexualstraftätern, wie er heute eher befremdlich erscheint. Das wiederum sagt einiges über die schiere Zahl an entsetzlichen Fällen dieser Art aus, die knapp 93 Jahre nach dem Erscheinen des „MoE“ die Boulevardzeitungen fluten.

Weiter in der Buchkultur 207

In Autor Tags Buchkultur, Kolumne, Schurke, Österreich

FAZIT – KULTUR VOM TAGE – Live-Kritik aus dem Akademietheater auf Deutschlandfunk Kultur

April 15, 2023 Martin Pesl

Birgit Minichmayr als Striese © Marcella Ruiz Cruz

Auftrag

Live-Kritik der Premiere „Der Raub der Sabinerinnen“ im Akademietheater im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

Auftraggeber

Deutschlandfunk Kultur

Projektinfo

Professor Gollwitz, ein kleinstädtischer, mit finanziellen und häuslichen Sorgen kämpfender Gymnasialprofessor ist seiner geheimen Theaterleidenschaft verfallen. Als der Theaterdirektor Striese mit seiner Theaterwandertruppe zufällig in der Stadt gastiert, erfährt er, dass der Professor das Theaterstück DER RAUB DER SABINERINNEN vor seiner Frau in der Schublade versteckt hält. Der in allen Situationen schlagfertige Schmierentheaterdirektor Striese entlockt den Geniestreich dem sich zunächst weigernden Autor und bereitet seine Aufführung vor. Bevor das Stück das Licht der Bühne erblickt, kommt unterwartet die Frau des Professors aus dem Kurbad zurück, die Familienkatastrophe mit drohender Blamage nimmt ihren Lauf.

Franz und Paul von Schönthan schufen 1883 mit der Komödie über die Römertragödie und ihren einnehmenden Figuren ein Theaterdenkmal, das in die Geschichte einging. Der Theaterdirektor Striese wurde von vielen berühmten Film- und Theaterschauspieler*innen, u. a. Albert Bassermann, Rudolf Platte, Gustav Knuth, Gert Fröbe, Willy Millowitsch, Katharina Thalbach, Fritz Muliar und zuletzt am Burgtheater (1975) von Paul Hoffmann verkörpert. Mit pointierten Missverständnissen und vielen Verwechslungen gilt DER RAUB DER SABINERINNEN bis heute als bedingungslose Liebeserklärung an das Theater.

Fazit – Kultur vom Tage
Samstag, 15. April 2023, ab 23:05 Uhr
Deutschlandfunk Kultur

Komödienklassiker: Anita Vulesica inszeniert in Wien "Der Raub der Sabinerinnen"
Deutschlandradio Kultur
In Sprecher Tags Theater, Burgtheater, Deutschlandfunk Kultur, Wien, Komödie
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