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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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LANDKRANK IM MUSEUM – Nachtkritik von den Wiener Festwochen

May 19, 2026 Martin Pesl

© Marie Rouge

19. Mai 2026. Schwarz geht es los, tiefschwarz. Den Raum regiert diese ehrfurchtgebietende Totalschwärze, wie sie im Theater nur möglich ist, wenn der Saaldienst die Notausgangsschilder bedeckt. Kurz nur, klar, aber es genügt, um eine Stimmung der Aufmerksamkeit zu kreieren.

Alice Diop wird sie eine gute Stunde lang halten, indem sie nichts anderes tut, als einen Text zu rezitieren. Sobald das Licht wieder auf den Schreibtisch scheint, dessen penible Ordentlichkeit, mit Lämpchen und kleingedruckter Fachliteratur, das Publikum der Wiener Festwochen schon während des Einlasses ins Schauspielhaus betrachten konnte, sitzt Diop dahinter und beginnt zu sprechen. Sie schlüpft dabei gewissermaßen in eine Rolle, jene der Autorin Robin Coste Lewis, die in Ich-Form von einer mentalen Schiffsreise berichtet.

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In Autor Tags Nachtkritik, Theater, Kritik, Wiener Festwochen, Festival, Kunst

TIERISCH GUT – Vorbericht zu den Wiener Festwochen 2026 in der Beilage zum Falter 18/26

May 14, 2026 Martin Pesl

Was in der US-Literatur Donna Tartt oder Thomas Pynchon, das ist im deutschsprachigen Theater der Regisseur Thorsten Lensing. Er spricht praktisch nie mit den Medien, was ihm und seinem Werk automatisch eine geheimnisvolle Aura verschafft. Obwohl er vordergründig relativ klassisches Schauspieltheater macht, lässt er sich nicht von Institutionen engagieren, sondern arbeitet frei. Die Credits zu seinen Stücken warten immer mit einer langen Liste an Koproduktionspartnern in ganz Europa auf.

Klar, sonst würde sich die Produktion kaum lohnen, besonders nicht, wenn man bedenkt, wie lange er sich immer Zeit lässt: Zeit, seine Stoffe zu finden, und Zeit für Proben. Derzeit beträgt der Abstand zwischen Lensings neuen Inszenierungen stets etwa vier Jahre. Sein letztes Stück, „Verrückt nach Trost“ kam 2022 bei den Salzburger Festspielen heraus. Diese Premiere markierte auch eine Abkehr von Lensings Gewohnheit, Romane oder Dramen als Vorlage zu nehmen, sondern bildet eine komplett selbst entwickelte Geschichte. Zwei Geschwisterkinder imitieren ihre verstorbenen Eltern möglichst genau, um sich besser an sie zu erinnern. Das Stück folgt in losen Szenen beider Leben, bis die von Ursina Lardi gespielte Schwester 88 Jahre alt ist und einen Pflegeroboter bei sich hat.

Weiterlesen in der Festwochen-Beilage zum Falter 18/26

In Autor Tags Falter, Theater, Wiener Festwochen, Wien, Vorschau, Tier

KULTUR HEUTE – Ausstellungsbericht aus dem MAK im Deutschlandfunk

May 13, 2026 Martin Pesl

Sakral geht es los. Am Eingang der Ausstellung „Christoph Schlingensief“ steht, beschallt von spirituellen Gesängen, die Church of Fear. Es handelt sich – im Original – um die begehbare kleine Kapelle, die erstmals 2003 bei der Biennale in Venedig präsentiert wurde. Kurator Raphael Gygax erklärt:

Das war natürlich auch zwei Jahre nach 9/11, Post-Terrorism, was bedeutet das, wie können wir uns unseren Ängsten stellen? Man sieht’s hier schon: „Sei stolz auf deine Angst, Angst ist Macht, habt Angst, umarmt die Macht“, also eigentlich die Idee war, ne Glaubensgemeinschaft zu gründen für die Ungläubigen.

Von diesem Scheitelpunkt aus können die Besucher:innen in zwei Richtungen weitergehen: im Wesentlichen zurück in der Zeit oder chronologisch nach vorn.  

Also die Idee war, wir wollen keine Retrospektive machen, aber trotzdem natürlich eine große Übersichtsausstellung zum Werk Christoph Schlingensief, und das ist natürlich eine Herausforderung, weil das Werk immens groß ist, dass wir uns auf größere Werke konzentrieren und, gegeben auch durch die Architektur hier im MAK, uns eigentlich an zwei Zeitlinien orientieren.

Weiterhören:

Kultur heute
Moderation: Doris Schäfer-Noske
14. Mai 2026, 17:30 Uhr, Deutschlandfunk

"Es ist nicht mehr mein Problem!" Ausstellung zu Christoph Schlingensief in Wien
Deutschlandfunk
In Autor, Sprecher Tags Deutschlandfunk, Wiener Festwochen, Ausstellung, Interview

FAZIT – KULTUR VOM TAGE – Bericht von der Rede an Europa 2026 auf Deutschlandfunk Kultur

May 13, 2026 Martin Pesl

© Mateusz Skwarczek

Auftrag

Bericht von der Rede an Europa von Anne Applebaum im Gespräch mit Charlotte Oelschlegel

Auftraggeber

Deutschlandfunk Kultur

Projektinfo

Die renommierte Historikerin und Autorin Anne Applebaum geht in der diesjährigen Rede an Europa – The European Moment – der Frage nach, ob die Stunde Europas gekommen ist und wodurch sich dieser historische Moment auszeichnet. Galten Systeme der Unterdrückung, Gewalt und autoritären Kontrolle im Westen bis vor kurzem als Anomalien, werden sie mittlerweile zunehmend als tragfähige Gesellschafts- und Regierungsmodelle angesehen.
Doch welche Optionen hat Europa angesichts einer zerfallenden Weltordnung? Welche Einsichten aus den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts werden in diese Entscheidung einfließen? Wird es der „Alten Welt“ gelingen, sich als glaubwürdige Alternative zur Rückkehr rückwärtsgewandter Ideen zu positionieren? Applebaum ist überzeugt: Wie Europa diese Fragen beantwortet, wird nicht nur den Kurs Europas prägen, sondern auch das Schicksal der Welt.

Seit 2019 liefert die von der ERSTE Stiftung initiierte Rede an Europa eine grundsätzliche Reflexion zur Gegenwart und Zukunft Europas. Als Ort dient der Wiener Judenplatz, der daran erinnert, dass Europa nur im Spiegel seiner Geschichte verstanden werden kann. Zu den Redner:innen in den Vorjahren zählen Timothy Snyder, Oleksandra Matwijtschuk, Omri Boehm und Lea Ypi.

Ein gemeinsames Projekt der Wiener Festwochen | Freie Republik Wien, Erste Stiftung und des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen
In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Wien

Fazit – Kultur vom Tage
Moderation: Charlotte Oelschlegel
Mittwoch, 13 Mai 2026, 23:05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur

Historikerin Anne Applebaum hält in Wien „Eine Rede an Europa“
Deutschlandradio Kultur
In Sprecher Tags Deutschlandfunk Kultur, Wiener Festwochen, Rede, Bericht
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