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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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IM BANN DER NAMEN – Romanrezension in der Buchkultur 223

December 3, 2025 Martin Pesl

„Vaim“ ist der Auftakt zu einer neuen Trilogie des Literaturnobelpreisträgers von 2023.

Es ist schon witzig: Als Dramatiker zeichnete sich Jon Fosse stets durch eine karge Sprache aus, seine Figuren sagten lieber zu wenig als zu viel. Seit etwa anderthalb Jahrzehnten schreibt der Norweger nun bevorzugt Romane, gern gruppiert zu Tri- oder Heptalogien. 2023 erhielt er den Literaturnobelpreis, jetzt beginnt er eine neue Trilogie. Und der erste Roman daraus, „Vaim“, besteht aus drei regelrechten Wortschwallen.

Der erste in der Stimme von Jatgeir verfasst, einem sozial unbeholfenen Bootsbesitzer aus der titelgebenden Kleinstadt, der sich sogar beim Kauf von Nadel und Faden schwertut, dann aber von seiner heimlichen Jugendliebe Eline überrascht wird. Eline hat für Jatgeir ihren Mann Frank verlassen. Dass der in Wahrheit gar nicht so heißt, sondern Olav, enthüllt dieser im letzten der drei Teile. Dazwischen kommt Elias zu Wort, Jatgeirs „bester Freund“, der ihn aber trotz unmittelbarer Nachbarschaft schon ewig nicht mehr besucht hat.

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In Autor Tags Buchkultur, Rezension, Norwegen

WER HAT'S ERFUNDEN? MILWAUKEE! – Romanrezension in der Buchkultur 223

December 3, 2025 Martin Pesl

Der neue Pynchon? Na ja. Bitte aber trotzdem lesen!

Seit Jahrzehnten hat ihn niemand gesehen, aber er scheint noch zu leben: Der legendäre Thomas Pynchon, mysteriösester und vielleicht wichtigster Romancier der US-Literatur, hat mit 88 einen neuen Roman herausgebracht, den ersten seit „Bleeding Edge“ vor zwölf Jahren. Das allein gilt es schon einmal zu preisen, um dann in weiterer Folge festzustellen: „Schattennummer“ ist mehr gaga als gut. Das heißt nicht, dass man die 400 Seiten nicht lesen sollte. Man sollte, und sei es nur, um die gebündelten Anstrengungen der renommierten Übersetzer Nikolaus Stingl und Dirk van Gunsteren zu würdigen. Sie haben das Unmögliche gewagt, Pynchons wortspielreich-flapsige Dialoge und ganz gegen den Noir-Stil im Präsens verfasste Narration in ein ähnlich cooles Deutsch zu übertragen, und dabei keine unweigerliche Peinlichkeit gescheut. Sogar die zahlreichen Songtexte reimen sich irgendwie und klingen wie übelster Schlager-Trash – das reinste Vergnügen.

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In Autor Tags Buchkultur, Rezension, USA

DIE RABATTPUNKTE SIND WEG – Nachtkritik vom Spielboden Dornbirn

December 3, 2025 Martin Pesl

© Niklas Koch

Wenn das Aktionstheater Ensemble und Martin Gruber loslegen, bleibt kein Auge trocken. In ihrer neusten Show treiben sie die Nöte der eigenen Szene auf die Spitze. Und dann wird auch noch die Supermarkt-Kundenkarte geklaut! 

3. Dezember 2025. Kürzlich gastierte das Aktionstheater Ensemble in New York. So etwas habe man noch nicht gesehen, staunte die amerikanische Kritik. Fürwahr, die künstlerische Marke, die der Vorarlberger Martin Gruber seit 1989 aufgebaut hat, ist einzigartig. Auf der Bühne landen innerhalb des Ensembles geführte Gespräche, die Gruber mit dem Dramaturgen Martin Ojster zu einem rasanten Textbombardement zusammenbaut, garniert mit Live-Musik und smoother Choreografie. Die Performenden verausgaben sich seelisch und körperlich binnen kürzester Zeit dabei, wie sie sich auf ironische Weise selbst spielen.

Erstmals damit Konfrontierte bläst so ein Abend fix weg. Diesseits des großen Teichs freilich, konkret in Österreich, ist die Marke bekannt, berühmt geradezu. Gruber pflegt seine Fangemeinde und beschenkt sie jährlich mit zwei Produktionen. Ohne allzu tagespolitisch zu werden, spiegelt er dabei die jeweilige Gegenwart, und die ist jetzt schon seit einigen Aktionstheater-Stücken von Rechtsruck und Dauerkrise geprägt. 

Typologie des österreichischen Freie-Szene-Elends

Beizeiten geben Neuzugänge durch ihre Biografien einzelnen Abenden einen frischen Drall. Nicht die aktuelle Arbeit "SPEED (kills content)", sie versammelt ausschließlich Ensemble-Lieblinge, die sich als Typologie österreichischen Freie-Szene-Elends präsentieren: vom schwulen Urwiener aus dem Gemeindebau (Benjamin Vanyek) bis zur Deutsch-Israelin mit dem Reinlichkeitszwang (Tamara Stern). Für die wabernde Videokunst ist wieder Resa Lut verantwortlich: animierte Schatten sind auf fünf Stoffbahnen projiziert und schaffen Atmosphäre, später kommen Nacktbilder der Ensemblemitglieder dazu. 

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In Autor Tags Theater, Kritik, Nachtkritik, Vorarlberg, Österreich

ÖSTERREICHISCHE SEELENABGRÜNDE – Doppelkritik aus der BURG in der Theater heute 12/2025

November 30, 2025 Martin Pesl

© Tommy Hetzel

An der Wiener Burg adaptiert Therese Willstedt «Auslöschung» von Thomas Bernhard, Fritzi Wartenberg inszeniert Werner Schwabs «Volksvernichtung»

Auslöschung und Vernichtung, Zerfall und Sinnlosigkeit. Wer einen allgemeinen Eindruck von den Klassikern österreichischer Dramatik im späten 20. Jahrhundert gewinnen möchte, muss sich nur der Spielplandramaturgie der Wiener Burg zuwenden. Im Abstand von zwei Oktobertagen hat man hier Premieren von Thomas Bernhards „Auslöschung. Ein Zerfall“ und Werner Schwabs „Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos“ programmiert. Neben der in den Titeln durchscheinenden nihilistischen Grundhaltung gibt es noch eine weitere Gemeinsamkeit: Beide Texte wurden von jungen Regisseurinnen inszeniert, die in der vergangenen ersten Spielzeit unter Direktor Stefan Bachmann ihre Wien-Debüts präsentiert hatten – jeweils mit, so lässt sich vernehmen, beträchtlichem Publikumserfolg.

Für ihre zweiten Burg-Arbeiten haben Fritzi Wartenberg und Therese Willstedt Spielstätte getauscht. Die Schwedin Willstedt hatte mit „Orlando“ im Vorjahr das Akademietheater neu eröffnet und dabei zu erkennen gegeben, dass sie auch Erfahrung als Choreografin hat. Motive und Handlung des genderfluiden Schelm:innenromans von Virginia Woolf teilte sie auf acht Spieler:innen auf, die sich, körperlich nicht weniger präzise als sprachlich, durch die Textfassung arbeiteten.

Bei „Auslöschung“ im großen Haus machen die Regisseurin und ihr Team eigentlich nichts anderes – von der letzten Achterrunde sind Seán McDonagh und Andrea Wenzl übergeblieben, die damals nach der Premiere für die karenzierte Nina Siewert einsprang, der Rest des Ensembles ist neu –, dennoch geht das Unterfangen hier noch einmal deutlich besser auf. Das hat weniger mit der Inszenierung zu tun als mit der Vorlage. Ihr Aktualitätsbezug ist unterschwelliger, ihr Aufbau bühnentauglicher. Der Roman ist weniger Erzählung als persönliche Aufarbeitung.

„Auslöschung. Ein Zerfall“ erschien 1986. Der Roman ist als Bericht eines Privatlehrers namens Franz-Josef Murau gestaltet, der seinen oberösterreichischen Geburtsort Wolfsegg verlassen hat und als Weltbürger in Rom lebt. Kurz nach einem Heimatbesuch anlässlich der Hochzeit seiner Schwester mit einem – man stelle sich dies voller genüsslicher Verachtung ausgesprochen vor – „Weinflaschenstöpselfabrikanten“ wird Murau per Telegramm über den Unfalltod seiner beiden Eltern und seines Bruders Johannes verständigt. Er muss also gleich wieder hin.

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In Autor Tags Theater, Kritik, Burgtheater, Wien, Theater heute, Österreich
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