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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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DER LETZTE SOMMER „WIE DAMALS“ – Literaturkritik in der Bücherbeilage zum Falter 12/26

March 19, 2026 Martin Pesl

Oh, süße Jugend! Kann es sein, dass sie länger dauert als früher? Die Hauptfiguren in „Hitzetage“ sind bereits Ende zwanzig, aber wie sie so durch den heißen Londoner Sommer des Jahres 2019 taumeln, hat das etwas von einer Coming-of-Age-Geschichte, wie sie etwa die deutlich jüngeren Figuren bei Sally Rooney erleben. Mit dem Werk der irischen Bestseller-Autorin (etwa „Normale Menschen“, „Intermezzo“) wurde das Romandebüt ihres Landsmanns Oisín McKenna nach seinem Erscheinen unmittelbar verglichen.

Als der 1991 in Drogheda geborene McKenna in eben jenem Jahr nach Theaterstücken und Spoken-Word-Poetry seinen ersten Roman begann, lebte er mit einem knappen Dutzend Gleichaltrigen in einer stillgelegten Lagerhalle in London, wissend, dass die Behörden sie jeden Moment rauswerfen könnten – was auch geschah. Solch eine Industriegebiet-Kommune bildet auch den Dreh- und Angelpunkt des Buches, das McKenna im Original „Evenings and Weekends“ betitelte. Denn nicht die dröge Arbeitswelt dieser Spät-Millennials ist hier von Interesse, sondern was sie in ihrer Freizeit treiben, an den Abenden und Wochenenden: zwischenmenschliche Beziehungen und ein Suchen nach Identitäten.

Weiterlesen im Bücherfrühling, Falter 12/26

Oisín McKenna
Hitzetage
Deutsch von Hans-Christian Oeser und Alexandra Titze-Grabec
Residenz Verlag, 360 Seiten, € 26

In Autor Tags Falter, Literatur, Rezension, London

DER SCHWARZE PATER IST JA GAR NICHT SCHWARZ – Kritik aus dem Burgtheater auf Welt.de

January 10, 2022 Martin Pesl

Philipp Hauß, Bardo Böhlefeld, Melanie Sidhu, Ernest Allan Hausmann, Gunther Eckes, Bless Amada, Sophie von Kessel © Marcella Ruiz Cruz

In Arthur Schnitzlers „Professor Bernhardi“ verweigert ein jüdischer Wiener Arzt einem Priester den Besuch eines sterbenden Mädchens. Der britische Theaterhoffnungsträger Robert Icke hat es jetzt provokativ ins Heute gebracht. Und er besetzte es farbenblind.

In einer idealen Welt wäre diese Kritik sehr kurz: Sauber gebautes Stück, heutige Figuren mit nachvollziehbaren Konflikten, minimalistisch abstrahierte Bühne, ordentlich gespielt. Doch indem der 35-jährige Autor/Regisseur Robert Icke seine Erfolgsproduktion „The Doctor“ aus dem Londoner Almeida Theatre an der Wiener Burg reproduzierte – in Christina Schlögls insgesamt etwas mutlosen deutschen Übersetzung –, sorgt er für Gesprächsbedarf. Er hat nämlich aus der aalglatten angloamerikanischen Bühnenwirklichkeit in den deutschen Regietheaterkosmos die eine Sache mitgebracht, die dort schon ganz normal, hier aber noch radikal, riskant und irgendwie seltsam ist: „farbenblindes“ Besetzen, also nicht nach optischen Kriterien.

Als besonderes Wagnis mag das auch deshalb gelten, weil sich Icke, einer der vielen jungen Männer, die England als Retter des Theaters feiert, für seine Überschreibung eine heilige Kuh des bürgerlichen Wiener Theaterpublikums vornahm: Arthur Schnitzler. In dessen Fünfakter „Professor Bernhardi“ bekommt der titelgebende jüdische Arzt die Folgen seiner Entscheidung zu spüren, einem Priester den Zutritt zum Zimmer eines sterbenden Mädchens zu verweigern. Die Medien spielen die Sache hoch, Bernhardi verliert im Zuge zahlreicher, hitziger und ausufernder Debatten Stellung und Doktorgrad. Shitstorms gab es also schon in der Belle Époque um 1900. Und jetzt stelle man sich das Ganze mit Internet vor.

Aus Professor Bernhardi wurde „Die Ärztin“, Professor Ruth Wolff, an der Burg gespielt von Sophie von Kessel. Ihre Ausgangssituation entspricht jener im Original, mit der in identitätspolitisch geprägten Zeiten heiklen Verschärfung, dass der Pater, mit dem Wolff aneinandergeriet, schwarz ist. Sie kämpft vehement dagegen an, dass das eine Rolle spielen könnte, denn sie hält nichts von Etiketten – ihre privaten Bezugspersonen sind nonbinär und trans, auch wenn die deutsche Übersetzung daran scheitert, das klar zu vermitteln –, und schon sind wir mitten in den schönsten und haarsträubendsten Diskussionen unserer Gegenwart. Nur entnimmt man die Grundlage dafür ausschließlich den Dialogen. Den Pater gibt nämlich der durchaus weiße Burgschauspieler Philipp Hauß.

Weiterlesen …

In Autor Tags Theater, Burgtheater, Kritik, Die Welt, Wien, London

BOULEVARD OHNE BRUHAHA – Porträt von Jethro Compton im Falter 39/16

September 27, 2016 Martin Pesl
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Jethro Compton war so nett, mir seine Kamera zu leihen © Martin Thomas Pesl

Gut gemachte Unterhaltung: Der Theatermacher Jethro Compton eröffnet die englischsprachige Programmschiene des Rabenhofs mit einer Westerntrilogie

In einem winzigen Probenraum im Londoner Bezirk Southwark bereitet Jethro Compton einen Durchlauf von „The Rattlesnake’s Kiss“ vor, dem dritten Teil seiner „Frontier Trilogy“. Er weist die Souffleuse an, keinesfalls Text einzusagen, bis einer der Schauspieler sie mit dem Wort „Line!“ dazu auffordert. Während diese, drei Männer und eine Frau, gedankenverloren mit Pistolen hantieren und leise ihre Textzeilen vor sich hinmurmeln, schiebt Compton provisorische Requisiten im Raum herum. Die echten sind schon unterwegs nach Wien, wo die gesamte Trilogie den ganzen Oktober in einem eigens hergerichteten Spielort im dritten Bezirk zu sehen sein wird. Auf Englisch. Ohne Übertitel. Für das Publikum des Rabenhoftheaters.

Dessen Direktor Thomas Gratzer startet mit „The Frontier Trilogy“ die neue Reihe „fringe@rabenhof“. Er zeigt Produktionen, die 2015 beim legendären Off-Theater- und Stand-up-Comedy-Festival Fringe im schottischen Edinburgh auf sein Gefallen stießen. Eine überraschende Programmierungsschiene in dem sonst eher nicht unbedingt international ausgerichteten Haus.

Mehr im Falter 39/16

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Jethro Compton mit seiner einzigen Schauspielerin: Bebe Sanders © Martin Thomas Pesl

In Autor Tags Theater, London, Rabenhof, Porträt, Falter

DER NETTESTE ISLÄNDER DER WELT DER WOCHE – Enthusiasmuskolumne im Falter 34/16

August 24, 2016 Martin Pesl
„Take Me Here By the Dishwasher“ von Ragner Kjartansson, Barbican 2016 © Martin Thomas Pesl

„Take Me Here By the Dishwasher“ von Ragner Kjartansson, Barbican 2016 © Martin Thomas Pesl

Zur Werkschau von Ragnar Kjartansson im Londoner Barbican Centre begrüßt einen die neonpinke Aufschrift „Scandinavian Pain“. Man stellt sich auf Ewigwinterliches und Eiswüstendepression ein, aber weit gefehlt. Gleich das erste Exponat zaubert einem ein Grinsen ins Gesicht.

Täglich von 10 bis 18 Uhr sitzen zehn Musiker von halbleeren Bierflaschen umgeben im Museum und spielen Gitarre wie bei einer WG-Jam-Session. Zur immer selben Melodie singen sie selbstvergessen immer denselben Text, wenn auch nicht unisono: „Take Me Here By the Dishwasher“ – „Nimm mich hier beim Geschirrspüler“. Den softpornografischen Ursprung dieser Dialogzeile verifiziert ein Filmausschnitt, der in Endlosschleife an die Wand projiziert ist. Er stammt aus Islands erstem Langspielfilm „Murder Story“, gedreht 1975, und die in der Küche übereinander herfallenden Schauspieler sind die Eltern des Künstlers. Er wurde 1976 geboren.

Der Ohrwurm aus der autobiografischen Lebendinstallation begleitet einen auf dem Rundgang. Mit jeder Ecke, um die man in dem weitläufigen Ausstellungsgelände biegt, wächst der Spaß an der Kunst weiter. Als Islands Vertretung bei der Biennale 2009 kampierte Ragnar mit einem Freund ein halbes Jahr lang in einem venezianischen Palazzo und malte ihn dort jeden Tag genau einmal. Alle 144 entstandenen Bilder hängen im Barbican und machen die sieben Jahre alte Performance greifbar. Gegenüber dokumentieren Fotos, wie der Künstler einst als nordischer Barde gekleidet tagelang Besucher in einem abgelegenen isländischen Dorf empfing. Es war so abgelegen, dass kaum jemand kam, aber, so der Bildtext, in Island zählt weniger das Geschehene als die Erzählung davon.

Seit der EM lieben sowieso alle die Isländer. Ragnar Kjartansson muss der liebenswerteste sein.

In Autor Tags Falter, Kunst, London, Island
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