• Aktuell
  • Blog
  • Autor
  • Übersetzer
  • Sprecher
  • Lektor
  • Kontakt
Menu

Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

Street Address
Vienna
Phone Number

Your Custom Text Here

Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

  • Aktuell
  • Blog
  • Autor
  • Übersetzer
  • Sprecher
  • Lektor
  • Kontakt

VON FALSCHEN VÖGELN – Romanrezension in der Bücherbeilage zum Falter 41/26

October 8, 2026 Martin Pesl

Mit „Amseln“ legt Anna Baar ein rätselhaftes Werk um eine unzuverlässige Erzählerin und selbsternannte Nymphomanin vor

Elda Vera. Einen eigentümlichen Namen hat Anna Baar der Protagonistin ihres neuen Romans verliehen: der Nachname ein Vorname, der Vorname vermutlich eine Erfindung. Beim verzweifelten Versuch, das Werk zu durchschauen, drängt sich daher die Idee auf, die Buchstaben umzustellen, um auf einen möglichen versteckten Hinweis zu stoßen. Die Methode legt auch die Autorin selbst nahe, mittels eines gegen Ende gelüfteten Plot-Twists, den zu verraten wahrlich unfair wäre.

Die Anwendung der Anagramm-Methode führt bisher jedoch zu unbefriedigenden Ergebnissen: Larve adé? Ave Adler! Letztere lateinische Begrüßung eines deutschen Vogels schließt immerhin den Kreis zum Buchtitel: „Amseln“ halte Elda Vera gefangen, erklärt sie eingangs kryptisch, zudem hocke eine weitere Amsel oft auf ihrem Fenstersims. An anderer Stelle kommt ganz nebenbei der Verzehr von Kalbsvögerln zur Sprache, und die sind ja, wie in Österreich hinlänglich bekannt, eben keine Vögel. Hm ...

Nein, auf diese Weise löst sich kein Knoten, eher platzt der Schädel. Der Roman präsentiert sich wie ein raffiniertes Vexierspiel, vielleicht muss man sich aber auch damit abfinden, dass er gar keines sein will. Das Vorwort allerdings nährt das Missverständnis: Jede Verantwortung Anna Baars für das zu Lesende wird in einer Fußnote augenzwinkernd zurückgewiesen. Die Schriftstellerin habe nur eine Wette verloren und müsse deshalb nun ihren Namen für die vorliegende Publikation zur Verfügung stellen. Der eigentliche Herausgeber, „gezwungen, einstweilen anonym zu bleiben“, habe eines Tages diverse Schriftstücke der Frau in einem verschlüsselten Koffer vor der Tür liegen gehabt. Nun stelle er die Papiere für die Öffentlichkeit in einer lesbaren Form zusammen.

Weiterlesen in der Bücherbeilage zum Falter 41/26

In Autor Tags Falter, Literatur, Rezension, Österreich, Tier

WIEDERGELESEN: SCHAM MIT SCHARM – Klassikerrezension in der Buchkultur 228

October 3, 2026 Martin Pesl

Marlen Haushofer und ihr Krimi, der keiner ist: Endlich allein! Ein Ausruf, der sich Marlen Haushofer und einigen ihrer Protagonistinnen zuschreiben lässt. Und nun dank Neuausgabe auch ihrer Erzählung „Wir töten Stella“.

In den späten 1960ern wurde der Krimi revolutioniert: Bei „Columbo“ wusste das Publikum von der ersten Sekunde an, wer der Mörder war. Dennoch verfolgte es gebannt die Ermittlung. Marlen Haushofer starb 1970, die ersten Folgen der Fernsehserie mit Peter Falk könnte sie also theoretisch gesehen haben, nicht aber, bevor sie 1958 ihre Erzählung „Wir töten Stella“ herausbrachte.

Der Titel – ursprünglich sollte er noch drastischer „Wir morden Stella“ lauten – nimmt das ultimative „Columbo“-Prinzip vorweg. Wer’s war, verrät das erste Wort. Und doch muss man sehr genau lesen, um zu erkennen, was eigentlich passiert: Denn als die Ich-Erzählerin Anna an einem Wochenende ersehnter Einsamkeit endlich Zeit hat, das Geschehene zu Papier zu bringen, agiert sie zwar mit scharfer Beobachtung, aber auch ohne Leserschaft im Sinn – ähnlich wie ihre berühmtere Nachfolgerin, die Erzählerin von Haushofers fünf Jahre später erschienenem Roman „Die Wand“. Dass Annas Mann Richard also die Schülerin Stella, Tochter einer lebenslustigen Freundin und vorübergehender Hausgast der Familie, geschwängert und zur Abtreibung gezwungen, diese sich daraufhin ganz absichtlich vor einen fahrenden Lastwagen geschmissen hat, steht da in dieser Klarheit nicht. Solch literarisch verwertete Schamhaftigkeit macht den Text auch bei neuerlicher Lektüre so meisterhaft aufregend.

Weiterlesen in der Buchkultur 228

In Autor Tags Rezension, Buchkultur, Österreich, Literatur

ZWISCHEN SCHWARZ UND WEISS – Porträt von Artem Tschech in der Buchkultur 228

October 3, 2026 Martin Pesl

Artem Tschech möchte Romane schreiben, aber er muss auch für die Freiheit seines Landes kämpfen. Wie sich das anfühlt, macht das neue Buch des ukrainischen Schriftstellers greifbar. Die Playlist zur eigenen Lektüre liefert „Musik für einen Soldaten“ gleich dazu.

Vorsicht: Rauchen kann Ihr Leben verkürzen. Wenn Ihr Leben aber sowieso jeden Tag von akuter Verkürzung bedroht ist, dann sieht die Sache anders aus. Auf dem Cover der deutschen Ausgabe von Artem Tschechs neuem Buch „Musik für einen Soldaten“ prangt ein Schwarz-Weiß-Foto des Verfassers, wie er gerade mit geschlossenen Augen an einer Zigarette zieht. Der Tschech mit Tschick ist keine beliebige Wahl. In seinen Notizen von der Front erwähnt der 1985 geborene Autor mehrmals beiläufig, wie er oder seine Kameraden sich Zigaretten anzünden. Als er auf „Dienstreise“ nach Amerika fährt, bringt er ihnen Zigarren mit.

„Viele Soldaten rauchen“, erklärt Artem Tschech. „Nicht alle, aber viele. Es rauchen sogar die, die eigentlich nicht rauchen. Vor Beginn der großangelegten Invasion hatte ich eigentlich vor, aufzugeben, aber als ich den Krieg herannahen spürte, verwarf ich den Plan – ich hätte sowieso wieder mit dem Rauchen angefangen. Aber oh, welch Genuss ist es im Krieg!“

Was für ein Medienprofi Tschech ist, merkt man spätestens, als er im schriftlich auf Englisch geführten Buchkultur-Interview dem Ausdruck „the Great War“ in Klammer jenen Begriff hinzufügt, der dafür auf Deutsch en vogue ist: „großangelegte Invasion“. Auf dass der österreichische Kulturjournalist ja keinen Fauxpas begehe! Wahrscheinlich hat Tschech da seine Erfahrungen gemacht.

Im September 2022 schrieb er über seine ersten Monate an der Front einen Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Einer von deren Reportern hatte ihn 2020 bei militärischen Übungen begleitet. Denn dass Russland unter Wladimir Putin früher oder später angreifen würde, mag im Westen zwar viele überrascht haben, nicht aber die Menschen in der Ukraine.

Erstmals war Artem Tschech ab Mai 2015 mehr als ein Jahr für die ukrainische Armee in den Krieg gezogen. Damals hatte Putin die Halbinsel Krim überfallen und annektiert, die Ukraine wehrte sich. Tschech war in seiner Heimat nach etlichen Publikationen als Schriftsteller etabliert, zögerte aber keine Sekunde, sich eine Uniform anzuziehen und sich im Gebrauch von Waffen ausbilden zu lassen. Als die – lange befürchtete – großangelegte Invasion am 24. Februar 2022 begann, wusste er: Jetzt ist es wieder so weit. Es gilt, die Armeetasche aus dem Kasten zu holen, seine Frau – eine landesweit bekannte Filmemacherin –, und den gemeinsamen Sohn in Kyjiw zurückzulassen und auf Kampfstation zu gehen. Befehle anzunehmen und an einen überschaubaren Trupp an Männern weiterzugeben. Der angefangene Roman bleibt erst einmal liegen.

Weiterlesen in der Buchkultur 228

In Autor Tags Porträt, Literatur, Krieg, Buchkultur, Ukraine

TOKYO GIRLS CLUB – Romanrezension im Falter 40/26

October 1, 2026 Martin Pesl

Eriko und Shoko sind zwei Tokioterinnen um die dreißig. Eine macht Karriere im Berufsleben, die andere ist Hausfrau und bloggt darüber. Das Leben der jeweils anderen erfüllt sie mit Verachtung und Bewunderung. Aufgrund des Erfolg von Asako Yuzukis Gesellschaftsroman „Butter“ kam heuer „Tokyo Girls Club“, ein älterer Roman der Autorin, international auf den Markt. Wörtlich übersetzt hieße der Titel „Der Viktoriabarsch-Frauenclub“, denn als roter Faden dienen Fische allgemein und Hubert Saupers Doku „Darwin’s Nightmare“ im Besonderen.

Weiterlesen im Falter 40/26

In Autor Tags Rezension, Falter, Literatur, Japan
Older Posts →

FILTER

Filtern nach Kategorie: Blog
Filtern nach Kategorie:
Filtern nach Kategorie: Übersetzer
Filtern nach Kategorie: Sprecher
Filtern nach Kategorie: Lektor
RSS Feed des Blogs abonnieren

Tags

  • Theater
  • Kritik
  • Falter
  • Wien
  • Festival
  • Nachtkritik
  • Buchkultur
  • Burgtheater
  • Wiener Festwochen
  • Interview
  • Performance
  • Deutschlandfunk Kultur
  • Rezension
  • Tanz
  • Bericht
 


℗ © 2005–2026 Martin Thomas Pesl