Am Volkstheater macht Regisseurin Rieke Süßkow aus Shakespeares „Macbeth“ zum Saisonauftakt ein Computerspiel
Dem Feldherrn Macbeth wird vorhergesagt, er werde König von Schottland. Angestachelt von seiner Frau tötet er den aktuellen Regenten und setzt sich dessen Krone auf. Doch Schuldgefühle treiben das Paar in den Wahnsinn.
„Macbeth“ gilt als kürzeste Shakespeare-Tragödie. Da passt es ganz gut, dass Rieke Süßkows einstündige Inszenierung vermutlich der kürzeste Abend ist, mit dem das Volkstheater je eine neue Spielzeit eröffnet hat. Es ist die zweite unter Direktor Jan Philipp Gloger. Die erste geriet höchst erfolgreich, dank eines Programms, das insgesamt darauf aus war, zu gefallen.
Indem Gloger nun den Saisonstart seiner Hausregisseurin überlässt, zeigt er, dass er auch Sperriges schätzt. Süßkow liebt die Verfremdung, sucht für jeden Stoff eine eigene Form. So ist diese Inszenierung, obwohl sie mit einer gängigen Übersetzung arbeitet, eine „nach William Shakespeare“.
Das Setting überrascht zunächst, leuchtet dann aber sehr schnell ein: Zwei Menschen treffen sich online, um Computerspiele auszuprobieren. Sie (Karoline Reinke) ist offenbar Soldatin im Dienst, er (Nicolas Frederick Djuren) wohnt dem Umfeld nach zu schließen noch in seinem alten Kinderzimmer. Bühnenbildnerin Mirjam Stängl hat ihre jeweiligen Aufenthaltsorte am linken beziehungsweise rechten Bühnenrand detailreich ausgestaltet.
Weiterlesen im Falter 38/26
