Die Regisseurin und Zirkuskünstlerin Phia Ménard setzt sich in ihrer neuen Performance bei Impulstanz den Elementen aus
Gebannt zuschauen, ob es gelingt: Die Arbeiten von Phia Ménard sind atemberaubende Abenteuer. Zu ImPulsTanz kommt die 55-jährige Regisseurin und Zirkuskünstlerin jetzt mit einer kleinen Arbeit ihrer Compagnie Non Nova ins Burgtheater, die Menschen allen Alters zum Staunen bringen wird. In „nocturne (Parade)“ erzählen Puppen eine Geschichte von Krieg, Tod und Erlösung. Gesteuert werden sie dabei nicht von Menschenhand. Nur der Wind haucht ihnen Leben ein. Die Aufführungen finden von 25. bis 27. Juli im Burgtheater statt.
Falter: Frau Ménard, die Stars Ihrer Show sind Figuren aus dünnem Kunststoff, die durch Gebläse in Bewegung gehalten werden. Was steckt dahinter?
Phia Ménard: Mir ist es wichtig, Plastik auf der Bühne zu zeigen, denn es besteht aus denselben Elementen wie fossile Brennstoffe. Im Stück geht es also um Faschismus und Krieg – und das Petroleum ist auch mit dabei. Wir sehen diese Figuren tanzen und ergötzen uns an ihrer Schönheit, gleichzeitig haben wir vor uns: Mord und Erdausbeutung.
„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?“ Johann Wolfgang von Goethes Gedicht vom „Erlkönig“ erklingt zu Beginn Ihres neuen Stückes gleich in zwei Versionen. Wie sind Sie auf dieses deutsche Kulturgut gestoßen?
Ménard: Über die Musik. Ich wollte ein Stück über die Nacht und den Wind machen, ein „Nachtstück“ eben („Nocturne“). So kam ich auf Franz Schubert und in weiterer Folge auf seine Vertonung des „Erlkönigs“. Das war in einer Zeit, als mein Vater gerade im Sterben lag. Ich war bei ihm und konnte dem Text viel abgewinnen. In unserer Situation war mein Vater das Kind, und ich saß auf dem Pferd und ritt um mein Leben, um seines zu retten.
