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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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HEUT, DA BIN ICH EINE MAUS – Bilderbuch von Franziska Höllbacher

October 8, 2022 Martin Pesl

Auftrag

Lektorat und Korrektorat des Textes

Auftraggeberin

Edition 5haus

Projektinfo

Eine tierische Entdeckungsreise zum eigenen Ich.

Kennen wir das nicht alle, dass wir uns manchmal gar nicht wiedererkennen? Und manches Mal ganz gern ganz anders wären? Ein Tier zum Beispiel, eine Katze etwa, ein Affe oder gar ein Elefant! Heut, da bin ich eine Maus lädt zu einer Entdeckungsreise ein, an deren Ende ein wunderbar wandelbares, vielschichtiges ICH steht.
Ein Bilderbuch, so vielseitig wie seine Charaktere.

Geschrieben in 12 humorvollen Strophen und durchgängig farbig illustriert.

In Lektor Tags Buch, Tier, Deutsch

WAS ZÄHLT, BIST DU – Bilderbuch von Magda Hassan und Raffaela Schöbitz

October 8, 2022 Martin Pesl

Auftrag

Lektorat und Korrektorat des Textes

Auftraggeberin

Edition 5Haus

Projektinfo

Meistens sind es die Dinge, die wir nicht gut kennen, die uns Angst machen. Lass dir von dem Unbekannten erzählen.

Kunstvoll entführt das Bilderbuch Was zählt, bist du. in die Welt des Anderen und lädt zu einem Perspektivenwechsel ein: Die Begegnung mit dem Geparden steht für die spielerische Annäherung an das Unbekannte, das ein liebevolles Kennenlernen ermöglicht. Denn schließlich sind wir selbst die, die anders sind. Am Ende sind wir es, die zählen.

„Beinahe hätte ich ihn an meinen Beinen gespürt. Mit jedem Wort, das sie sagte, wuchs meine Nähe zu dem großen Tier. Sie sprach von seinen sanften Bewegungen, seiner Größe, seinem glänzenden Fell und schilderte geradezu jeden Punkt darauf. So genau, dass ich den Geparden beinahe an meinen Beinen zu spüren meinte. Als sie von seinen scharfen Augen und seiner feuchten Schnauze erzählte, war es, als kniete ich neben ihm.“

In Lektor Tags Buch, Deutsch

FAZIT – KULTUR VOM TAGE – Live-Kritik aus dem Rabenhof auf Deutschlandfunk Kultur

October 6, 2022 Martin Pesl

Stefanie Sargnagel mit Regisseurin Christina Tscharyiski © Ingo Pertramer

Auftrag

Live-Kritik der Premiere „Heil! – Eine energetische Reinigung“ im Rabenhoftheater im Gespräch mit Eckhard Roelcke

Auftraggeber

Deutschlandfunk Kultur

Projektinfo

Auf zum fröhlichen Einhörner-Schlachten! Stefanie Sargnagel begibt sich in die Welt der Schamanen, Energetiker und Nippies. Zwischen Kristalldelfin-Aura und Engelswasser entdeckt sie dabei die ganze Wahrheit!

Sie waren schon immer da, doch während der Pandemie marschierten sie plötzlich in Massen durch die Straßen: Esoteriker:innen, Seite an Seite mit Verschwörungstheoretiker:innen, bekannten Neonazis, aber auch mit Linken und Hippies. Vereint unter dem Credo der Wissenschaftsfeindlichkeit wurde Pferde-Entwurmungsmittel geschnupft, Granderwasser gegurgelt und energetische Impftransformationen durchgeführt. Die sogenannte Alternativ-Medizin und all ihre Auswüchse waren plötzlich nicht mehr nur ein schrulliges Hobby der exzentrischen Nachbarin, sondern ein gesellschaftliches Problem mit konkreten Auswirkungen auf das Gesundheitssystem. Nun begibt sich Stefanie Sargnagel mit ihrem neuen Theaterstück selbst in die Yoga-Höhle des Löwen und wirft einen kritisch-satirischen Blick auf diese bizarre Szene.

Nach der Erfolgsshow JA, EH! – Beisl, Bier und Bachmannpreis hat Stefanie Sargnagel einen neuen Text für das Rabenhof Theater entwickelt. Auch diesmal wieder in einer Inszenierung von Regie-Shooting-Star Christina Tscharyiski und mit einem fulminanten Schauspieler:innen-Ensemble. Für die Live-Musik sorgt diesmal die Band der Stunde: Buntspecht.

Fazit – Kultur vom Tage

Donnerstag, 6. Oktober 2022, live ab 23:05 Uhr

"Heil. Eine energetische Reinigung": Stefanie Sargnagel ätzt gegen Esoterik
Deutschlandradio Kultur
In Sprecher Tags Theater, Kritik, Wien, Deutschlandfunk Kultur

„DURCH PILATES WIRD MAN SO SCHÖN STRAMM“ – Interview mit Stefanie Sargnagel und Lukas Klein im Falter 40/22

October 5, 2022 Martin Pesl

Die Autorin Stefanie Sargnagel bekommt für ihr neues Theaterstück „Heil“ im Rabenhof Unterstützung durch die Band Buntspecht. Eine Doppelkonferenz über Pilates, kulturelle Aneignung, vollgekackte Klangschalen und die Lust am Sekkieren

INTERVIEW: MARTIN PESL, GERHARD STÖGER

(auch als Podcast im Falter-Radio!)

Die Proben laufen auf Hochtouren, die Stimmung ist eine gute Woche vor der Premiere trotzdem entspannt – auch bei der auffällig gut gelaunten Stefanie Sargnagel. Mit dem Theaterstück „Heil“ kehrt die Wiener Künstlerin nach dem Beststeller „Ja, eh“ zurück in den Rabenhof, erneut unter der Regie von Christina Tscharyiski. Die Musik steuert diesmal die Gruppe Buntspecht bei, beim Interview vertreten durch Sänger Lukas Klein.

„Heil“ begibt sich ins Milieu der Coronaleugnerinnen und Verschwörungstheoretiker. Bevor die beiden bei Kaffee und selbstgedrehten Zigaretten darüber Auskunft geben, treiben Sie mit Falter-Fotograf Heribert Corn Unfug – Sargnagel gefällt sich dabei in Gangsta-Rap-Posen.

 

Falter: Frau Sargnagel, haben Sie heute schon Yoga gemacht?

Stefanie Sargnagel: Nein, und ich bevorzuge auch eher Pilates. Da spricht mich der Name an, er klingt nach deutscher Gymnastik, härter also. Und er impliziert diese mit „Yoga“ verbundenen Lifestyle-Aspekte noch weniger.

 

Stefanie Sargnagel beim Pilates, echt jetzt?

Sargnagel: Ich bin fast vierzig, und wenn man nicht an Schmerzen sterben will, muss man hin und wieder etwas machen. Man wird auch so schön stramm dadurch.

Lukas Klein: Entschuldigung, aber was ist Pilates noch einmal schnell?

Sargnagel: Es ist vorrangig Gymnastik, konzentriert auf die Stärkung des Rumpfes, während klassisches Yoga vermehrt auf die Dehnung abzielt. Vielleicht liegt mein Pilates auch am Geschlecht: Ich als Frau falle eben leichter auf dieses Selbstoptimierungsding hinein.

Klein: Yoga zu machen heißt doch nicht automatisch, auf so Versprechen reinzufallen!

Sargnagel: Nicht zwingend, aber dieser ganze Komplex hat viel damit zu tun, ein ruhigerer, besserer, gelassenerer, entspannterer, durchtrainierterer Mensch zu werden. Mit Yoga sind auch gewisse Körperbilder verbunden, die zugehörigen Influencerinnen sehen alle urgeil aus. Frauen fallen drauf rein, Männer stählen eher ihren Oberkörper.

 

„Auf zum fröhlichen Einhörner-Schlachten!“, lautet das Motto Ihres Stücks „Heil“, das den Untertitel „Eine energetische Reinigung“ trägt und in das Milieu der Corona-Leugner eintaucht. Beitrag zur Überwindung der gesellschaftlichen Spaltung ist da vermutlich keiner zu erwarten?

Sargnagel: Darin bin ich nicht so die Beste, nein. Sollen sich Politiker darum kümmern, ich stochere lieber in Sachen, die mich ärgern. Ende 2021 habe ich bei einer antifaschistischen Gegenveranstaltung zu einer Coronaleugner-Demo eine Rede gehalten, darin wurzelt das Stück. Es liegt viel humoristisches Potenzial in der Diskrepanz dieser farbenfrohen und wohlriechenden Esoterik-Ästhetik und ihres faschistischen Potenzials. Der Komplex „Coronaleugner“ ist ein riesiges Sammelbecken, von technokratischen Verschwörungstheoretikern über Psychotiker und Nazis bis zu Hippies kommt da alles zusammen. Es ärgert mich furchtbar, dass Codes nicht mehr klar lesbar sind.

 

Was wäre dafür ein Beispiel?

Sargnagel: Beim netten Hippie mit Jurte am Land hätte ich früher gedacht: Chilliger Typ, vielleicht rauchen wir einen Ofen miteinander? Heute vermute ich dagegen eine Terrorzelle der Reichsbürger. Schaulustig, wie ich bin, habe ich selbst auch viele Demos von Coronaleugnern besucht. Die Absurdität dieses Treibens hat selbst mich überrascht, das war ein einziger Karneval der Kuriositäten. Fragt man auf linken Demos nach, können die Leute argumentativ für gewöhnlich halbwegs unterfüttern, was sie da brüllen, während sie einander hier gegenseitig widersprechen.

Klein: Interessant ist auch, wie kindisch dieser Freiheitsbegriff der Leugner und Maßnahmengegner ist: Er besteht einzig in der Negation. Sie fordern Freiheit von etwas, von Impfung, von Maßnahmen, von Masken, von Quarantäne, während die Freiheit für oder zu etwas gänzlich fehlt. Aber genau darum würde es ja eigentlich gehen.

 

„Heil“ rechnet humoristisch mit diesem Milieu ab?

Sargnagel: Ich schreibe keine Theaterstücke im klassischen Sinn, sondern biete Texte an und überlasse der Dramaturgie, was daraus wird. Die diversen Figuren im Text repräsentieren Typen, die mich in dieser Szenerie besonders nerven. Etwa jene der Natur-Idealisierer, bei denen es dann die grausame Wendung hin zum Überleben des Stärkeren nimmt. Genauso stört mich diese Klassenverachtung aus einem der Homöopathie zugewandten, seltsam individualistischen Ökobürgertum. „Warum essen die dummen Proleten keine Bioprodukte?“ heißt es dann von oben herab. Für das Stück habe ich auch viel über Esoterik recherchiert und sogar einen Workshop besucht, in dem man ausgebildet werden sollte, die Aura anderer Menschen zu lesen. Ich gehe ja immer wieder gern an Orte, die ich nicht kenne.

Klein: „Heil“ spielt auch in einem Seminarraum, wo unterschiedlichste Leute zusammenkommen, um sich weiterzuentwickeln und auszutauschen.

Weiter im Falter 40/22

In Autor Tags Interview, Falter, Wien, Theater, Musik
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