• Aktuell
  • Blog
  • Autor
  • Übersetzer
  • Sprecher
  • Lektor
  • Kontakt
Menu

Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

Street Address
Vienna
Phone Number

Your Custom Text Here

Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

  • Aktuell
  • Blog
  • Autor
  • Übersetzer
  • Sprecher
  • Lektor
  • Kontakt

KULTUR HEUTE – Radiokritik aus dem Akademietheater im Deutschlandfunk

November 22, 2025 Martin Pesl

Dorothee Hartinger © Tommy Hetzel

Atmo vom Stückbeginn

 

So böse war er eigentlich gar nicht! Neuere Forschungen haben ergeben, dass der Ruf König Richards III. von William Shakespeare gründlich ruiniert wurde. Wahrscheinlich intrigierte er nicht, ließ seine Neffen nicht ermorden – und sogar das mit dem Buckel könnte Erfindung sein. Aber wo bleibt da der Spaß – am Theater? Regisseur Wolfgang Menardi und Burgschauspieler Nicholas Ofczarek beteiligen sich zum Glück jedenfalls nicht an der Rehabilitierung des einstigen Königs von England. Sie zeichnen einen kalten, manipulativen und körperlich versehrten Schurken, den sein Umfeld hasst, dem sich aber auch niemand entziehen kann.

 

Lady Anne: Ich wünscht, ich kenn dein Herz.

Richard: Auf meiner Zunge liegt’s.

Lady Anne: Hab Angst, sind beide falsch.

Richard: Dann war nie einer treu. Darf ich in Hoffnung sein?

Lady Anne: Ich hoffe, jeder ist’s.

Richard: Trag diesen Ring von mir.

 

Ein Entkommen ist in dem Raum, in dem sich das alles abspielt, sowieso nicht möglich. Menardi, auch – und ursprünglich nur – Bühnenbildner des Abends, platziert Ofczarek und seine fünf Mitspielerinnen in die verflieste Ecke eines mysteriösen, verlassenen Gebäudes, zusammen mit kaputten Tierskulpturen, ausrangierter Technik und allerlei sonstigem Müll. Durch eine Hundehütte kann ein Roboterhund als Einziger ein und ausgehen. Der wirkt daher auch vergleichsweise fröhlich und agil, während die sechs menschlichen Bewohner:innen ein Endzeit-Gefühl ausstrahlen, das eher an Samuel Beckett als an William Shakespeare erinnert.

Weiterhören:

Kultur heute
Moderation: Susanne Luerweg
Samstag, 22. November 2025, 17:30 Uhr, Deutschlandfunk

In Sprecher, Autor Tags Theater, Kritik, Deutschlandfunk, Burgtheater, Wien, Shakespeare

SPIEL, SPANNUNG, SPASS UND SPIONAGE – Nachtkritik aus dem Theater Ulm

November 9, 2025 Martin Pesl

© Marc Lontzek

Eine original DDR-BRD-Doppelagenten-Geschichte hat Autor Philipp Löhle im Ulmer Auftrag zum Theaterstück entwickelt. Als sein eigener Regisseur inszeniert er eine temporeiche Agentenklamotte. Geht das Konzept auf?

9. November 2025. Ob wohl bewusst "Night on Earth" Pate stand bei der Namenssuche für einen Taxi fahrenden Protagonisten? Wer Jim Jarmuschs Episodenfilm gesehen hat, wird nie Armin Mueller-Stahl vergessen, der als ostdeutscher Gastarbeiter in New York seinen Fahrgast mit der bloßen Nennung seines Vornamens amüsiert: Helmut.

Hermann Reisch stammt aus dem Westen, sogar aus Westerstetten. Der Taxiunternehmer in und um Ulm agierte in den späten Jahren des Kalten Krieges als deutsch-deutscher Doppelagent. Eine Geschichte, die in Ulm erzählt gehört, fand Dramatiker Philipp Löhle und holte sich vom lokalen Schauspiel einen Schreibauftrag in seiner Reihe "Recherche und Fiktion". Aus Hermann Reisch wurde Helmut Armsch.

Sichtlich Spionage-Spaß

Nach einem fröhlichen Vorspann im Stile einer Vorabendserie erklärt Helmut in der ersten Szene seinen kleinen Kindern (und somit uns), wie Taxifahren funktioniert und dass er ja oft auch die lokal stationierten GIs kutschiert. Flugs sehen wir den Papi bei der Arbeit. Eine reiche Kundin überredet ihn – inkognito natürlich, das Taxi-Schild abgeschraubt – zu einer Fahrt über die Grenze in die DDR, wo Helmut vom Geheimdienst angeworben wird.

Weiterlesen …

In Autor Tags Nachtkritik, Theater, Kritik, Deutschland

SECHZIG JAHRE UND EIN BISSCHEN WEISE – Romanrezension in der Bücherherbst-Beilage zum Falter 42/25

October 16, 2025 Martin Pesl

Ein Klassiker der afroamerikanischen Literatur liegt erstmals auf Deutsch vor: „Ich bin“ von John A. Williams

Schon vom King-Alfred-Plan gehört? Es handelt sich um einen globalen Entwurf zur Internierung Schwarzer in Konzentrationslagern. Federführend agiert die US-Regierung, ein Aufstand der nicht-weißen Bevölkerung soll damit im Keim erstickt werden.

Sagt Ihnen nichts, überrascht Sie aber auch nicht? Womit bewiesen wäre, dass der Roman „Ich bin“ trotz der fast 60 Jahre, die er am Buckel hat, erschreckend gut in die heutige Zeit passt. Verschwörungserzählungen blühen, und den Schergen von Präsident Trump ist sowieso alles zuzutrauen. Offizieller Anlass dieser erstmaligen deutschen Ausgabe (Übersetzung: Hans-Christian Oeser) ist freilich der 100. Geburtstag des afroamerikanischen Verfassers John A. Williams (1925–2015).

Um es klarzustellen: Den King-Alfred-Plan gibt es nicht, gab es nie (höchstwahrscheinlich). Williams erfand ihn für seinen vierten Roman, der im Original den Titel „The Man Who Cried I Am“ trägt. Vor seinem Erscheinen 1967 wurden Auszüge, die den üblen Plan enthielten, in den U-Bahnen Manhattans verteilt. Der Erfolg der Guerrilla-Marketing-Aktion war doppelt durchschlagend: Das Buch verkaufte sich bestens, und das Gerücht, ein echtes weißes Drehbuch zur Vernichtung aller Schwarzen liege der Fiktion zugrunde, hält sich in den USA hartnäckig.

Weiterlesen in der Bücherherbst-Beilage zum Falter 42/25

In Autor Tags Falter, Rezension, USA, Literatur

WIEDERGELESEN: ZU GUT, UM FRAU ZU SEIN – Klassikerrezension in der Buchkultur 222

October 15, 2025 Martin Pesl

George Sand und ihr unerhörter Bildungsroman: Ist „Nanon“ Kanon? Nicht so wirklich. Dennoch hat Elisabeth Edl den letzten Roman George Sands über eine Bäuerin in der Französischen Revolution neu übersetzt und herausgegeben.

Dass George Sand eine Frau war, das hatte sich schon herumgesprochen, als Ende Dezember 1872 ihr Roman „Nanon“ erschien. Zu Beginn ihrer Karriere hatte sie die Öffentlichkeit lange rätseln lassen, wer wohl hinter dem Pseudonym steckte. Ein Mann musste es sein, darauf einigten sich die meisten, wo die Texte doch so gut geschrieben waren. Dass häufig eine weibliche Figur im Zentrum stand, deutete einfach auf sein besonderes Einfühlungsvermögen hin.

Auch „Nanon“ schrieb Sand aus der Perspektive einer Frau. Nach ihr benannte sie den Roman auch, dem sie zuerst den Titel „Die erfolgreiche Bäuerin“, später „Die Marquise“ geben wollte. Die Ich-Erzählerin rahmt und kommentiert ihren Bericht selbst auf der Metaebene: 75-jährig schreibt diese Nanette de Franqueville im Jahr 1850 ihre Lebenserinnerungen nieder, nicht in literarischer Absicht, sondern für Kinder und Enkel. Besonders geht es darum, wie sie heranwachsend die Französische Revolution erlebte – oder gerade eben nicht erlebte, denn am Land unter Analphabeten, entmachteten Geistlichen und nur noch rein theoretisch Adeligen kommen die historischen Geschehnisse erst verspätet an und werden nicht so richtig verstanden.

Dessen ungeachtet legt Nanon einen erstaunlichen sozialen Aufstieg hin. Anfangs ist sie eine verwaiste Leibeigene mit bäuerlichem Hintergrund, ein Schaf ihr ein und alles. Die Bekanntschaft mit dem als Zögling in die ortseigene Abtei abgeschobenen Marquis-Sohn Émilien entfacht ihren Lernwillen. Sie eignet sich das Lesen und Schreiben an und pflegt einen gewissen Geschäftssinn, der sie im Zuge der Revolution zu einer allseits beliebten, wohlhabenden Unternehmerin macht. Eine weitere Entwicklung Nanons mutet aus heutiger Sicht geradezu grotesk an: Sie braucht sehr, sehr lange, bis sie akzeptiert, dass der von ihr abgöttisch verehrte Émilien sie trotz des Standesunterschieds heiraten will.

Weiterlesen in der Buchkultur 222

In Autor Tags Buchkultur, Frankreich, Rezension
← Newer Posts Older Posts →

FILTER

Filtern nach Kategorie: Blog
Filtern nach Kategorie:
Filtern nach Kategorie: Übersetzer
Filtern nach Kategorie: Sprecher
Filtern nach Kategorie: Lektor
RSS Feed des Blogs abonnieren

Tags

  • Theater
  • Kritik
  • Falter
  • Wien
  • Festival
  • Nachtkritik
  • Buchkultur
  • Burgtheater
  • Interview
  • Wiener Festwochen
  • Performance
  • Deutschlandfunk Kultur
  • Rezension
  • Tanz
  • Buch
 


℗ © 2005–2016 Martin Thomas Pesl