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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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BERG DER VAMPIRE – Festwochen-Vorschau in der Beilage zum Falter 18/26

May 30, 2026 Martin Pesl

© Martin Argyroglo

Liebenswerte Wesen von unwiderstehlicher Schrulligkeit in einer außergewöhnlichen Lage: Philippe Quesne kehrt zu den Festwochen zurück

Im Zuge ihrer trashigen Fake-Filmpräsentation „B-Movies“ dankt die Performerin Caroline Cappelli einer Reihe von erfundenen Menschen mit verrückten Namen. Mehrfach Erwähnung findet ein gewisser Philipp Quesner. An der Dichte der Lacher an diesen Stellen war bei den Aufführungen im Rahmen des imagetanz-Festivals im brut abzulesen, wie gut sich das Publikum in der internationalen Theaterszene auskennt. Spielt doch der Name eindeutig auf Philippe Quesne an, Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner, Leiter des Paris Theaters Nanterre-Amandiers und Zungenbrecher für im Französischen nicht ganz Trittfeste.

Yes, we Quesne! So. Dank diesem Spruch merken sich nun hoffentlich alle, wie Quesnes Name ungefähr auszusprechen ist, und der 56-Jährige kann getrost – nach „La mélancolie des dragons“ 2008, „Swamp Club“ 2013, „Farm Fatale“ 2020 und der Mahler-Bebilderung „Das Lied von der Erde“ 2021 – zu den Wiener Festwochen zurückkehren.

Diesmal hat Quesne nicht allein mit der von ihm gegründeten Gruppe Vivarium Studio produziert, sondern hatte einen Regieauftrag vom Deutschen SchauSpielHaus Hamburg: Neben den „Vivarianern“ Martin Zamorano, Jean-Charles Dumay und Sébastien Jacobs spielen in „Vampire’s Mountain“ auch die Hamburger Ensemblemitglieder Sasha Rau, Sachiko Hara, Bettina Stucky und Samuel Weiss mit.

Dass eine konventionelle Geschichte erzählt wird, sollte man von Philippe Quesne trotzdem nicht erwarten. Die Handlung lässt sich in der Regel in einer Ausgangssituation zusammenfassen: Eine Gruppe liebenswerter Wesen von unwiderstehlicher Schrulligkeit findet sich in einer außergewöhnlichen Lage wieder und geht damit irgendwie spielerisch um. In „La mélancolie des dragons“ etwa, jener Arbeit, die den Franzosen berühmt machte, haben vier Heavy-Metal-Fans eine Autopanne im Schnee. Die Produktion „Die Nacht der Maulwürfe (Welcome to Caveland)“, die 2016 den steirischen herbst in Graz eröffnete, verrät die Gestalt der Hauptfiguren schon im Titel.

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In Autor Tags Falter, Vorschau, Wiener Festwochen, Festival, Theater

TIERISCH GUT – Vorbericht zu den Wiener Festwochen 2026 in der Beilage zum Falter 18/26

May 14, 2026 Martin Pesl

Was in der US-Literatur Donna Tartt oder Thomas Pynchon, das ist im deutschsprachigen Theater der Regisseur Thorsten Lensing. Er spricht praktisch nie mit den Medien, was ihm und seinem Werk automatisch eine geheimnisvolle Aura verschafft. Obwohl er vordergründig relativ klassisches Schauspieltheater macht, lässt er sich nicht von Institutionen engagieren, sondern arbeitet frei. Die Credits zu seinen Stücken warten immer mit einer langen Liste an Koproduktionspartnern in ganz Europa auf.

Klar, sonst würde sich die Produktion kaum lohnen, besonders nicht, wenn man bedenkt, wie lange er sich immer Zeit lässt: Zeit, seine Stoffe zu finden, und Zeit für Proben. Derzeit beträgt der Abstand zwischen Lensings neuen Inszenierungen stets etwa vier Jahre. Sein letztes Stück, „Verrückt nach Trost“ kam 2022 bei den Salzburger Festspielen heraus. Diese Premiere markierte auch eine Abkehr von Lensings Gewohnheit, Romane oder Dramen als Vorlage zu nehmen, sondern bildet eine komplett selbst entwickelte Geschichte. Zwei Geschwisterkinder imitieren ihre verstorbenen Eltern möglichst genau, um sich besser an sie zu erinnern. Das Stück folgt in losen Szenen beider Leben, bis die von Ursina Lardi gespielte Schwester 88 Jahre alt ist und einen Pflegeroboter bei sich hat.

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In Autor Tags Falter, Theater, Wiener Festwochen, Wien, Vorschau, Tier

SCHAU NACH LITSCHAU – Vorschau auf das Festival Hin & weg im Falter 32/25

August 10, 2025 Martin Pesl

© Emil Hildebrand

Auftrag

Tipps zum Hin & weg 2025

Auftraggeber

Falter

Projektinfo

Von Theater bis Musik, Sprachperformance bis Yoga: Mein Aufmacher der Falter:Woche 32/25 bietet diverse Tipps fürs Festival Hin & weg in Litschau (8. bis 17. 8. 2025).

In Autor Tags Festival, Niederösterreich, Vorschau, Falter, Theater

TANZEN NACH ZAHLEN – Vorschau auf TAO Dance Theatre in der ImPulsTanz-Beilage zum Falter 26/25

July 12, 2025 Martin Pesl

© Fan Xi

rechnerisch präzise und dabei gänzlich unberechenbar: Das Tao Dance Theatre aus Beijing kommt mit vier Stücken seiner Numerical Series und präsentiert puren Tanz mit einer ultimativen Konzentration auf die bewegungen des körpers

Man würde dieser Truppe ja manches zutrauen, zum Beispiel dass sie die Schwerkraft überwindet. Auf dem Gebiet der Mode hätte man das 2008 von Tao Ye, Duan Ni und Wang Hao in Beijing gegründete TAO Dance Theater aber nicht unbedingt erwartet. Doch siehe da: Neunmal schon hat das Magazin „Vogue“ die Mitglieder der Kompagnie interviewt und sie von verschiedenen Fotograf:innen ablichten lassen. In diesem Zusammenhang erscheint eine andere Tatsache kurios: In den Probenstudios gibt es keine Spiegel. Die Tanzenden sollen sich nicht von außen betrachten können, sondern ganz bei sich sein.

Dieses Faktum wurde anlässlich des ersten Österreich-Besuches von Choreograf Tao Ye und seinem Team im Rahmen der Wiener Festwochen 2017 bekannt. Damals präsentierte Tao die Stücke „2“ und „4“. Es handelte sich um das erste und das dritte Exemplar aus der „Numerical Series“, auf der Bühne waren zwei beziehungsweise vier Personen zu sehen. Klingt wie ein kniffliges Mathe-Rätsel? Mag sein – und ist auch wieder kurios, wenn man bedenkt, dass die Arbeiten von Tao Ye alles andere als verkopft sind: Derart puren Tanz, eine so ultimative Konzentration auf den menschlichen Körper und seine Bewegungen, sieht man in unseren Breiten nicht einmal mehr im klassischen Ballett. Mit diesem hat die „Numerical Series“ dafür gemein, dass die einzelnen Stücke sehr kurz und intensiv sind und dass in der Regel mehrere davon nacheinander aufgeführt werden, mit einer Pause dazwischen.

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In Autor Tags Tanz, Impulstanz, Festival, Wien, Falter, Vorschau
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