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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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KULTUR HEUTE – Radiokritik von den Tiroler Volksschauspielen Telfs im Deutschlandfunk

July 31, 2026 Martin Pesl

© Marcella Ruiz Cruz

Musik zum Einstieg.

Das ist im Theater selten: dass das äußere Erscheinungsbild, der Spielort einer Aufführung so perfekt zum verhandelten Inhalt passt. Vor hundert Jahren ließen sich hier in Telfs deutschsprachige Menschen aus dem Süden Tirols nieder, der nach dem Ersten Weltkrieg Italien zugesprochen worden war. Das letzte Haus dieser alten Südtiroler Siedlung in Telfs ist nun der Schauplatz einer spektakulären Aufführung mit etwa dreißig Mitspielenden. Gleich nach der letzten Vorstellung wird es abgerissen. Die Tiroler Volksschauspiele Telfs haben vor das letzte Haus eine Publikumstribüne gestellt: Die Fassade des Hauses ist schon entfernt worden, an ihre Stelle tritt die unsichtbare „vierte Wand“ des Theaters. Gezeigt wird unter dem Titel „Feuernacht“ eine Geschichte über den bis heute schwelenden Kulturkampf zwischen deutsch- und italienischsprachiger Bevölkerung in Südtirol.

Kathl: Geh, Seppi, nit scho wieder! Des bringt doch nix, Herrschaftszeiten!
Sepp: Es geht um die Freiheit.
Kahtl: I bin frei.
Sepp: Die lassen uns nit amal unsere Fahne aufhängen.
Kathl: I mag koane Fahnen. Alle Fahnen sind voller Bluat.
Zustimmung der anderen.

„Feuernacht“ basiert auf Felix Mitterers gründlich recherchierter Fernsehfilmreihe „Verkaufte Heimat“, die die Geschichte anhand der Familien Rabensteiner und Tschurtschentaler in den Sechzigerjahren erzählt. Die Vätergeneration, zum Teil auch die Söhne haben sich aktivistischen Gruppen angeschlossen, die mit Vandalenakten wie Sprengungen von Strommasten die internationale Aufmerksamkeit auf die Situation der Deutschsprachigen in Südtirol lenken sollen. Als bei einer Aktion jemand stirbt und die so genannten „Bumser“ immer mehr Nachahmer finden, eskaliert die Situation.

Weiterhören:

Kultur heute
Moderation: Jörg Biesler
Freitag, 31. Juli 2026, 17:35 Uhr, Deutschlandfunk

"Feuernacht" - Stück über Südtirol bei den Tiroler Volksschauspielen Telfs
Deutschlandfunk
In Autor, Sprecher Tags Theater, Kritik, Deutschlandfunk, Festival, Tirol

KULTUR HEUTE – Radiokritik von den Wiener Festwochen im Schauspielhaus

June 3, 2026 Martin Pesl

© Inés Bacher

Jetzt ist es schon bald 25 Jahre her, dass Terroristen in vermeintlich gotteskriegerischer Absicht Anschläge auf die USA verübten. Die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York fielen am 11. September 2001, Präsident George W. Bush reagierte mit voller Wucht und griff den Irak an.

Das Schauspielhaus Wien hat dazu in Koproduktion mit den Wiener Festwochen nicht ein Projekt in Auftrag gegeben, sondern vier. Und die sind denkbar unterschiedlich. „9/11 Frames per Second“ heißt der Abend, der lyrisch-monoton beginnt. 

Ganz kurzer (weil englischsprachiger) Ausschnitt Projekt 1

Während die New Yorker Autorin Claudia Rankine diesen Text über die inneren Zustände einer Person verliest, die sich vor der US-Immigrationsbehörde ICE fürchtet – deutsch übertitelt natürlich –, sieht das Publikum einen Film von Künstler:in Bateira: Darin versucht eine schwarze Frau, sich vor eben dieser Behörde in den verschiedensten Öffnungen einer Manhattaner Wohnung zu verstecken. Letztlich genügt es, den Klopfenden die Tür nicht aufzumachen. Die Angst aber bleibt.

Weiterhören:

Kultur heute
Am Mikrofon: Michael Köhler
Mittwoch, 3. Juni 2026, 17:35 Uhr, Deutschlandfunk Kultur

"9/11 Frames per Second" - Ein Autor*innenprojekt auf den Wiener Festwochen
Deutschlandfunk
In Autor, Sprecher Tags Deutschlandfunk, Theater, Kritik, Wiener Festwochen, Festival

KULTUR HEUTE – Radiokritik von den Wiener Festwochen im Deutschlandfunk

May 21, 2026 Martin Pesl

© The Tinfoil Biter

Von den vielen Objekten, mit denen Narcissister die Bühne für ihre Performance „Voyage Into Infinity“ vollgestellt hat, fällt eines beim Einlass am wenigsten auf: Erst, als die Show beginnt und ein Schweinwerfer das Vogelhäuschen am linken vorderen Bühnenrand anstrahlt, richten sich die Blicke des Publikums darauf. Und erleben gleich den ersten Trick! Nachdem eine als Alpenpüppchen im Dirndl gekleidete Performerin herausgeklettert ist, bleibt wundersamerweise immer noch Platz für einen Kerzenständer. Und für noch eine Person. Und noch eine. Ihre Gesichter sind alle von Masken bedeckt, die aufgemalten Augen stets offen, wie jene der US-amerikanischen Künstlerin Narcissister selbst – angeblich spielt sie an diesem Abend in Wien auch persönlich mit.

Diese drei Charaktere nun, von denen man nicht weiß, ob man sie niedlich oder gefährlich finden soll, streifen staunend durch einen Wald aus wie zufällig aufgestellten Konstrukten: Zahlreiche Eimer sind auszumachen, Bretter und Leitern, verschiedene Variationen von Schaukeln und eine Hebebühne. Und dann passiert es: Mit den Kerzenflammen zu nah an eine Schnur gekommen, brennt diese durch. Dadurch löst sich die Spannung an einer an der Decke hängenden Leiter – diese kippt nach links, bringt eine hölzerne Walze ins Rollen: Schließlich sprühen Funken, und es kommt zu einer kleinen Explosion.

Weiterhören:

Kultur heute
Moderation: Michael Köhler
Donnerstag, 21. Mai 2026, 17:35 Uhr, Deutschlandfunk

"Voyage into Infinity" - Die Performerin Narcicisster bei den Wiener Festwochen
Deutschlandfunk
In Autor, Sprecher Tags Performance, Wiener Festwochen, Festival, Wien, USA, Kunst, Deutschlandfunk, Kritik

KULTUR HEUTE – Ausstellungsbericht aus dem MAK im Deutschlandfunk

May 13, 2026 Martin Pesl

Sakral geht es los. Am Eingang der Ausstellung „Christoph Schlingensief“ steht, beschallt von spirituellen Gesängen, die Church of Fear. Es handelt sich – im Original – um die begehbare kleine Kapelle, die erstmals 2003 bei der Biennale in Venedig präsentiert wurde. Kurator Raphael Gygax erklärt:

Das war natürlich auch zwei Jahre nach 9/11, Post-Terrorism, was bedeutet das, wie können wir uns unseren Ängsten stellen? Man sieht’s hier schon: „Sei stolz auf deine Angst, Angst ist Macht, habt Angst, umarmt die Macht“, also eigentlich die Idee war, ne Glaubensgemeinschaft zu gründen für die Ungläubigen.

Von diesem Scheitelpunkt aus können die Besucher:innen in zwei Richtungen weitergehen: im Wesentlichen zurück in der Zeit oder chronologisch nach vorn.  

Also die Idee war, wir wollen keine Retrospektive machen, aber trotzdem natürlich eine große Übersichtsausstellung zum Werk Christoph Schlingensief, und das ist natürlich eine Herausforderung, weil das Werk immens groß ist, dass wir uns auf größere Werke konzentrieren und, gegeben auch durch die Architektur hier im MAK, uns eigentlich an zwei Zeitlinien orientieren.

Weiterhören:

Kultur heute
Moderation: Doris Schäfer-Noske
14. Mai 2026, 17:30 Uhr, Deutschlandfunk

"Es ist nicht mehr mein Problem!" Ausstellung zu Christoph Schlingensief in Wien
Deutschlandfunk
In Autor, Sprecher Tags Deutschlandfunk, Wiener Festwochen, Ausstellung, Interview
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