Nach 20 Jahren endet die Ära von Direktor Herbert Föttinger am Theater in der Josefstadt. Mit einem Stoff aus Mozarts Zeiten, aus der Feder von Peter Turrini, der damit einst das Publikum in Salzburg verstimmte. Aber diesmal geht es anders aus.
30. April 2026. Hat jemand eigentlich schon eine Aufstellung der letzten Titel gemacht, die eine Intendanz auf den Spielplan hebt (beziehungsweise: wäre das nicht was, Spiralblog)? Das letzte Stück der Direktion Kušej am Burgtheater etwa hieß "Zentralfriedhof", passend zum morbiden Auftreten des Chefs.
Das Finale am Wiener Theater in der Josefstadt nach stolzen zwanzig Jahren unter Herbert Föttinger benennt sich weniger hintergründig, dafür mit einem gewissen Cuteness-Faktor. "Was für ein schönes Ende" heißt das Stück, das Föttinger bei einem von Österreichs renommiertesten Dramatikern, Peter Turrini, in Auftrag gab. Es handelt von Mozarts Librettisten Lorenzo da Ponte und ist eine Neufassung (seien wir ehrlich, eher eine Neuverpackung) von Turrinis "Da Ponte in Santa Fe", uraufgeführt von Claus Peymann 2002 bei den Salzburger Festspielen.
Unerhörte Begebenheit aus der Jugendzeit
Das mag etwas beliebig und auch antiklimaktisch anmuten. Die süße Spielplan-Eleganz, und sei sie noch so konstruiert, wird aber dadurch wiederhergestellt, dass Föttinger seine Direktion 2006 mit einem Turrini-Auftragswerk eröffnete, ebenfalls einer dramatischen Künstlerbiografie: "Mein Nestroy" bot Einblicke ins Privatleben des beliebten Wiener Volksstückdichters.
"Was für ein schönes Ende!" soll das Publikum nun also ausrufen. Es wird vermutlich (Föttingers Nachfolgerin Marie Rötzer stellt ihre Pläne erst in drei Wochen vor) das letzte Mal nicht nur den Direktor selbst auf dieser Bühne gesehen haben, sondern auch die 83-jährige Doyenne des Hauses, Marianne Nentwich, die als gealterte Diva Dorka Dušková die hier dargebotene unerhörte Begebenheit aus ihrer Jugend erzählt.
