Irgendwie geht sich’s immer aus. Diese Grundhaltung vermittelte 1942 Thornton Wilders „The Skin of Our Teeth“ dem Publikum in den USA. Das Land trat in den Weltkrieg ein, die Bühnenfiguren aber riefen: „Der Krieg ist vorbei!“ Im Burgtheater hat nun Direktor Stefan Bachmann das Stück, zu Deutsch: „Wir sind noch einmal davongekommen“, inszeniert.
Die recht übermütige Handlung: Familie Antrobus (gleichlautend mit dem griechischen Wort für Mensch, „anthropos“) lebt schon seit Tausenden von Jahren. Immer wieder steht sie kurz vor der Apokalypse, durch Eiszeit, Sintflut und einen Bombenkrieg, die dann aber doch von einer Art Weltrat vertagt wird (für ein Kurzfilm zu Beginn wurde sogar Wiens Bürgermeister Michael Ludwig gecastet).
Das Thema – Resilienz im Angesicht globaler Krisen – scheint gerade brandaktuell. Wilder bereitet es auf satirisch übermütige Art auf. Sein liebster Trick: Immer wieder wird daran erinnert, dass das alles nur Theater ist. Der Witz geht freilich nach hinten los: Wenn die Schauspielerinnen und Schauspieler gar so oft aus ihren Rollen fallen und authentisch vermitteln, dass sie den Text scheiße finden, dann glaubt man ihnen eben.
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