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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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THEATER, DAS DIE REALITÄT NEU ERFINDET – Porträt von Kornél Mundruczó im Magazin Opernhaus Zürich Nr. 3 Saison 2025/26

January 5, 2026 Martin Pesl

© The New York Times/Redux/laif

Der Regisseur Kornél Mundruczó verknüpft in seinem Œuvre auf einzigartige Weise Film, Sprech- und Musiktheater. Mit nahbaren Menschendarstellungen und atemberaubenden Raumkonzepten schafft der Ungar Intensität wie kaum ein anderer. Jetzt wird auch Zürich einen Künstler kennenlernen, der sich nicht gern politisch äußert, aber umso politischer erzählt. Ein Porträt von Martin Thomas Pesl

Sein erster Film heißt Minőségét megőrzi, das steht in Ungarn auf verderblichen Lebensmitteln. Es bedeutet in etwa: „Mindestens haltbar bis ...“. Als die Kurzdoku 1998 erschien, war Kornél Mundruczó 23 Jahre alt. Heute, mit 50, gehört der Ungar zu den wichtigsten Regisseuren der Welt und agiert in Film, Sprech- und Musiktheater mit gleichem Ernst und Erfolg. Nur in Ungarn werden seine Arbeiten nicht mehr gezeigt. 

In der Kleinstadt Gödöllő geboren und aufgewachsen, interessierte sich Mundruczó zuerst fürs Zeichnen und Malen. Die Mutter war Lehrerin und kunstinteressiert: „Filme zu machen, war kein Kindheitstraum, eher ein Prozess“, sagte er in einem Interview. In einem anderen verwies er auf sein Glaubensbekenntnis, irgendwo zwischen rumänisch-orthodox und römisch-katholisch: „Wenn du keinen Glauben hast, ist es schwierig, Gedanken zu fassen.“ Dann zitiert er den südafrikanischen Literaturnobelpreisträger J. M. Coetzee: „Er beschreibt, wie der Urmensch einst herumsaß, mit völlig leerer Seele, und anfing, auf Holz zu schlagen, um diese unendliche Leere irgendwie auszufüllen, und daraus ist der Glaube entstanden. Das hat mir sehr gefallen.“

Während er an den lokalen Theatern Schauspielerfahrungen sammelte, studierte Mundruczó Regie an der SZFE in Budapest, jener Hochschule, die im Jahr 2020 durch landesweite Proteste gegen die Regierung des ungarischen Premierministers Viktor Orbán Bekanntheit erlangte. Der Regisseur und ehemalige Theaterleiter Árpád Schilling unterstützte die Studierenden damals mit zahlreichen ausführlichen Wortmeldungen im Netz. Anders Kornél Mundruczó. Nicht etwa, weil dieser den Premier und seinen Umbau Ungarns zu einem illiberalen Staat unterstützte, sondern weil er fand, als Künstler solle seine Arbeit für ihn sprechen. Also schwieg er und arbeitete. Er wolle sich nicht dauernd für Orbán entschuldigen, gestand er genervt am Rande eines späteren Gesprächs. „Ich vermittle meine Meinung hauptsächlich über mein Werk. Sie jeden Tag zu äußern, würde ich als kontraproduktiv empfinden.“

Weiterlesen im Magazin Opernhaus Zürich Nr. 3 Saison 2025/26

In Autor Tags Porträt, Theater, Oper, Film, Ungarn, Schweiz
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