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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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„KINDER WISSEN GENAU, WAS DER TOD IST“ – Interview mit Phia Ménard im Falter 30/26

July 22, 2026 Martin Pesl

© Sigrid Spinnox

Die Regisseurin und Zirkuskünstlerin Phia Ménard setzt sich in ihrer neuen Performance bei Impulstanz den Elementen aus

Gebannt zuschauen, ob es gelingt: Die Arbeiten von Phia Ménard sind atemberaubende Abenteuer. Zu ImPulsTanz kommt die 55-jährige Regisseurin und Zirkuskünstlerin jetzt mit einer kleinen Arbeit ihrer Compagnie Non Nova ins Burgtheater, die Menschen allen Alters zum Staunen bringen wird. In „nocturne (Parade)“ erzählen Puppen eine Geschichte von Krieg, Tod und Erlösung. Gesteuert werden sie dabei nicht von Menschenhand. Nur der Wind haucht ihnen Leben ein. Die Aufführungen finden von 25. bis 27. Juli im Burgtheater statt.

Falter: Frau Ménard, die Stars Ihrer Show sind Figuren aus dünnem Kunststoff, die durch Gebläse in Bewegung gehalten werden. Was steckt dahinter?

Phia Ménard: Mir ist es wichtig, Plastik auf der Bühne zu zeigen, denn es besteht aus denselben Elementen wie fossile Brennstoffe. Im Stück geht es also um Faschismus und Krieg – und das Petroleum ist auch mit dabei. Wir sehen diese Figuren tanzen und ergötzen uns an ihrer Schönheit, gleichzeitig haben wir vor uns: Mord und Erdausbeutung.

„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?“ Johann Wolfgang von Goethes Gedicht vom „Erlkönig“ erklingt zu Beginn Ihres neuen Stückes gleich in zwei Versionen. Wie sind Sie auf dieses deutsche Kulturgut gestoßen? 

Ménard: Über die Musik. Ich wollte ein Stück über die Nacht und den Wind machen, ein „Nachtstück“ eben („Nocturne“). So kam ich auf Franz Schubert und in weiterer Folge auf seine Vertonung des „Erlkönigs“. Das war in einer Zeit, als mein Vater gerade im Sterben lag. Ich war bei ihm und konnte dem Text viel abgewinnen. In unserer Situation war mein Vater das Kind, und ich saß auf dem Pferd und ritt um mein Leben, um seines zu retten.

In Autor Tags Interview, Falter, Zirkus, Festival, Impulstanz

KONZENTRIERT EUCH! – Vorschau auf die Cie. Non Nova in der ImPulsTanz-Beilage zum Falter 26/26

July 22, 2026 Martin Pesl

© Sigrid Spinnox

Phia Ménard ist zurück in Wien, ganz anders als erwartet und mit einer Vorstellung für Erwachsene und Kinder gleichermaßen

Das Wort „Zirkus“ kommt, wie „Zirkel“, vom lateinischen Ausdruck für „Kreis“. Nicht nur ist „Nocturne (Parade)“, die neue Arbeit der französischen Choreografin Phia Ménard, in jeder Hinsicht eine runde Sache, sie hat mit dem Zirkusleben noch etwas anderes gemein: Wenn Ménard und ihre Compagnie Non Nova auf Tour gehen, nehmen sie für ihre Show alles selber mit: neben dem menschlichen Ensemble und zahlreichen „Puppen“ auch Bühnenpodest und Zuschauerraum.

So wird das auch in Wien sein, wo die Gruppe bei ImPulsTanz diesen Sommer im größten Schauspielhaus des Landes gastiert. Auf der Bühne des Burgtheaters wird ein rundes Podest mit zahlreichen Geheimfächern und einem Gebläse in der Mitte aufgestellt sein. Etliche ferngesteuerte Ventilatoren werden den Rand des Kreises säumen, und drumherum wird das Publikum auf einer runden Stufentribüne sitzen. Nur 140 Personen passen dadurch in jede Vorstellung, doch das konzentrierte (also buchstäblich auf die Kreismitte ausgerichtete) Stück erfordert unbedingt, dass die Besucher:innen nah am Geschehen sind und hin und wieder einander über die Bühne hinweg beim Zuschauen zuschauen können.

Weiterlesen in der ImPulsTanz-Beilage zum Falter 26/26

In Autor Tags Vorschau, Falter, Zirkus, Performance, Festival, Impulstanz, Wien

ZIRKUS PROGRAMMIEREN? JA! ABER WIE? HERAUSFORDERUNGEN UND POTENZIALE – Gesprächsrunde

November 6, 2025 Martin Pesl

Auftrag

Moderation der Gesprächsrunde beim Symposium „I Wanna Circus with You!“

Auftraggeber

Verein KreativKultur

Projektinfo

7. November, 14:15 bis 15:30 Uhr:
Zirkus programmieren? Ja! Aber wie? Herausforderungen & Potenziale

Gesprächsrunde (EN)

Zsuzsi Nagy (Kuratorin - trafó Budapest) // Werner Schrempf (Kurator – La Strada Graz) // Anna Sandreuter (Künstlerin – Salzburg) // Antonia Kuzmanić (Kuratorin, Kulturarbeiterin – Split, Barcelona)

Moderation: Martin Thomas Pesl

In Sprecher Tags Moderation, Englisch, Zirkus, Festival, Konferenz

„ES SIEHT KOMPLIZIERT AUS, FÄLLT UNS ABER IN WAHRHEIT LEICHT“ – Interview mit Alexander Vantournhout im Falter 30/25

July 22, 2025 Martin Pesl

© Bart Grietens

Zu seinem Impulstanz-Stück: Choreograf und Akrobat Alexander vantournhout über die grenzen zwischen Zirkus und Tanz

In seiner Geburtsstadt Brüssel lernte Alexander Vantournhout erst Zirkuskunst, dann schob er eine zeitgenössische Tanzausbildung hinterher. Bei ImPulsTanz machte seine Compagnie Not Standing im Vorjahr mit dem schwindelerregenden Akrobatikstück „Foreshadow“ auf sich aufmerksam. Dieses Jahr kehrt Vantournhout zum Festival zurück und zeigt etwas völlig anderes: ein kleines, feines Duett mit Bühnenpartnerin Emmi Väisänen. In „every_body“ sezieren die beiden Bewegungen des Alltags, darunter Gehen, Sitzen – und Handschütteln.

Falter: Herr Vantournhout, was hat Handschütteln im Tanz zu suchen?

Vantournhout: Der Handschlag ist etwas sehr Demokratisches. Manchmal kann er übergriffig sein, wenn jemand einen sehr festen Händedruck hat, aber im Prinzip ist er das absolute Minimum an Berührung, auf das wir uns geeinigt haben. Alle wichtigen Leute haben einen choreografierten Handshake, Trump zum Beispiel. Das Interessante ist: Man macht nie die gleiche Armbewegung zurück wie hin, sonst sieht es künstlich aus. Ich habe viel recherchiert, wie ein Handschlag zu komplexeren Griffen mutieren kann. Das wird mitunter recht poetisch, ebenso wie andere Alltagsbewegungen.

Was fasziniert Sie an diesen Bewegungen?

Vantournhout: Gehen zum Beispiel ist etwas extrem Kompliziertes. Es gibt Roboter, die in Wettläufen gegeneinander antreten, aber gegen Menschen haben sie keine Chance. Außerdem verfügen wir alle über einen speziellen Gang. Eine Person ist von weitem anhand ihres Ganges leicht zu identifizieren, aber nicht mehr unbedingt, wenn sie steht. Im Stück bilden meine Kollegin und ich beim Gehen einen Kollektivkörper, halten einander im Gleichgewicht, verschränken die Beine. Es sieht kompliziert aus, fällt uns aber in Wahrheit leicht.

Weiterlesen im Falter 30/25

In Autor Tags Tanz, Zirkus, Falter, Interview, Festival, Impulstanz, Wien
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