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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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KULTUR HEUTE – Radiokritik aus dem Stadttheater Klagenfurt im Deutschlandfunk

April 10, 2026 Martin Pesl

© Arnold Poeschl

„Einige Szenen können emotional herausfordernd sein“, warnt die Website des Stadttheaters Klagenfurt. Kein Wunder, geht es in „Wiedersehen. Ein Stück Hoffnung“ doch um ein Kind, das nach einem schweren Fahrradunfall im künstlichen Koma liegt. Wann wird Jonah, fast neun Jahre alt, wieder aufwachen? Wird er es überhaupt? Ausstatter Patrick Bannwart hat ein wuchtiges, fahrbares Krankenzimmer wie auf einer Intensivstation entworfen, mit Bett und Monitoren. In fantasierten Traumsequenzen verschmilzt Jonahs Kuscheltier, ein Fuchs, mit seiner Zimmernachbarin, der vierzehnjährigen Hannah. Sie nennt ihn „Koala“ und vertreibt ihm mit Gesprächen die Zeit.

 

FÜCHSIN

Koala?

JONAH

Hm?

FÜCHSIN

Hast du eigentlich schon mal geküsst?

JONAH

Ne, bin ich dumm? Und du? Hast du schon mal … geküsst?

FÜCHSIN

Nur Sven.

Aber der zählt nicht, der ist schon uralt, der ist schon über zwanzig.

JONAH

Nur Mama.

FÜCHSIN

Zählt nicht.

JONAH

Und Papa – kratzig.

FÜCHSIN

Bin ich nicht. Willst du? Nur einmal, bitte.

JONAH

Ich weiß nicht.

FÜCHSIN

Wer nicht geküsst hat, hat nicht gelebt.

JONAH

Stimmt irgendwie.

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Kultur heute
Moderation: Karin Fischer
Freitag, 10. April 2026, 17:35 Uhr, Deutschlandfunk

In Autor, Sprecher Tags Deutschlandfunk, Theater, Kritik, Kärnten

KULTUR HEUTE – Radiokritik aus dem Burgtheater im Deutschlandfunk

March 21, 2026 Martin Pesl

Caroline Peters, Stefanie Reinsperger © Tommy Hetzel

Das ist doch mal eine gute Nachricht zum ungefähr viertausendsten Hochzeitstag von Mr. und Mrs. Antrobus: Der Weltuntergang ist wieder einmal offiziell verschoben worden. Aber ist das wirklich so erfreulich? Schließlich ist es der kälteste Tag des Jahres, und das im August! Um Wärme zu erzeugen, werden sogar Klaviere und Bücher verbrannt. Den ehrenwerten Mr. Antrobus, Erfinder des Rades und des Alphabets, spielt Publikumsliebling Nicholas Ofczarek – erstaunlich salbungsvoll: 

Nicholas Ofczarek (als Antrobus): ich habe noch nie für längere Zeit vergessen, dass das Leben ein Kampf ist. Ich weiß, dass alles Gute und Besondere auf der Welt in jedem Augenblick gefährdet ist und dass man dafür kämpfen muss.

Ansonsten haben wir es in Thornton Wilders „Wir sind noch einmal davongekommen“ mit dem zu tun, was sich der Autor im Kriegsjahr 1942 unter einer ganz normalen, biederen amerikanischen Familie vorstellte. Die Mutter (dargestellt von Caroline Peters) schimpft die Tochter, weil die sich schminkt. Und der Sohn erschlägt wieder einmal jemanden mit einem Stein, so wie damals seinen Bruder Abel. Ganz recht, es handelt sich um Kain, bekannt aus dem Alten Testament, nur nennen sie ihn jetzt Henry. Gespielt werden die „Kinder“ von Mehmet Ateşçi und Zeynep Buyraç aus dem Ensemble der Wiener Burg, aber auch wirkliche Kinder tummeln sich auf Olaf Altmanns metallic-cleaner Bühne: Sie tragen Mammut- und Dinokostüme, um anzudeuten, dass dieses Stück in der Urzeit und der Gegenwart gleichzeitig spielt. 

Mrs. Antrobus: Sie haben das Feuer ausgehen lassen! Haben Sie Ihr Mammut gemolken?

Stefanie Reinsperger: Bist du deppert, ich hab’s ja gesagt, ich verstehe kein Wort von diesem Stück. (Als Sabina, das Hausmädchen): Ja, ich habe das Mammut gemolken!

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Kultur heute
Moderation: Michael Köhler
Samstag, 21. März 2026, 17:30 Uhr, Deutschlandfunk

In Autor, Sprecher Tags Deutschlandfunk, Theater, Kritik, Wien, Burgtheater

FAZIT – KULTUR VOM TAGE – Live-Kritik aus dem Burgtheater auf Deutschlandfunk Kultur

March 20, 2026 Martin Pesl

© Tommy Hetzel

Auftrag

Kritik der Premiere „Wir sind noch einmal davongekommen“ im Gespräch mit Britta Bürger

Auftraggeber

Deutschlandfunk Kultur

Projektinfo

Eigentlich könnte Familie Antrobus friedlich in New Jersey leben, müssten sie nicht dreimal hintereinander dem Weltuntergang ins Auge blicken: Eiszeit, Sintflut und Krieg. Doch die Menschheitsfamilie kommt gerade noch einmal davon; sie erweist sich als erstaunlich krisenfest und vertraut auf Ideen, Glaubenssätze und Erzählungen, die sie vom Chaos in ein neues Leben führen. Raum und Zeit sind in dieser Revue über das Menschsein scheinbar aufgehoben: Im Vorgarten grasen Dino und Mammut, während Homer und Moses um Asyl bitten und die Bücher in der Bibliothek zu sprechen beginnen …

Der US-amerikanische Autor und Pulitzer-Preisträger Thornton Wilder schrieb dieses Stück, während die Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg eintraten. 1942 stellte er den urkomischen und zutiefst abgründigen Genre-Sprenger fertig, der bald darauf zum Welthit werden sollte. Neben der bitteren Erkenntnis, dass die Menschheit das Böse wohl immer auch als einen Teil von sich akzeptieren muss, steht der unerschütterliche Glaube an die humanistischen Werte.


Fazit – Kultur vom Tage
Moderation: Britta Bürger
Freitag, 20. März 2026, 23:05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur

In Sprecher Tags Deutschlandfunk Kultur, Theater, Kritik, Burgtheater, Wien

KULTUR HEUTE – Radiokritik aus dem Akademietheater im Deutschlandfunk

March 1, 2026 Martin Pesl

Stefko Hanushevsky, Nina Siewert © Tommy Hetzel

Hochmut kommt vor dem Fall. Es ist 1937, und während seine Freunde im Salon schon ihre Ausreise nach Palästina planen, macht Kommerzialrat Dr. Isidor Geller noch Hitler-Witze.

Isidor:

Der Führer besucht eine Irrenanstalt. Er schreitet die Reihen der Insassen ab. Alle Patienten grüßen den Führer: „Heil Hitler, Heil Hitler. Heil! Hitler!“ Nur am Ende der Reihe steht einer, der sagt nix. Das sagt der Führer zu ihm: „Warum grüßen Sie mich nicht?“ Sagt der Mann: „Entschuldigen S‘, ich bin der Wärter, ich bin nicht verrückt!“

Später taucht die Sicherheitspolizei in Isidors 680-Quadratmeter-Wohnung in der Wiener Innenstadt auf und zwingt ihn, seinen gesamten Besitz – Original-Klimt-Gemälde eingeschlossen – abzutreten. Aus heutiger informierter Perspektive keine Überraschung. Doch Isidor, überzeugend arrogant dargestellt vom Wiener Schauspieler Stefko Hanushevsky, ist von sich und dem geltenden Recht bis zur Verblendung überzeugt.

Isidor:

Sie hören von meinen Anwälten. Das geht hier alles ganz sicher nicht so einfach, Herr Gau.

Herr Gau:

Hören Sie, Entschuldigung. Wo waren Sie die letzten Monate, wenn ich fragen darf?

Wie zur Strafe wählt Regisseur Philipp Stölzl drastische Bilder für den raschen Fall des Self-Made-Mans Isidor Geller. In einem Moment genießt er noch im Pelzmantel einen edlen Tropfen Wein, während Kanzler Schuschnigg im Radio die Unterwerfung Österreichs durch Hitler verkündet. Im nächsten wird der Protagonist splitternackt an den Füßen aufgehängt und baumelt zwischen den beiden Erzähler:innen Lilith Häßle und Itay Tiran hin und her.

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Kultur heute
Moderation: Antje Allroggen
Sonntag, 1. März, 17:30 Uhr, Deutschlandfunk

In Autor, Sprecher Tags Theater, Kritik, Deutschlandfunk, Wien, Burgtheater
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