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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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KULTUR HEUTE – Radiokritik von den Wiener Festwochen im Deutschlandfunk

May 21, 2026 Martin Pesl

© The Tinfoil Biter

Von den vielen Objekten, mit denen Narcissister die Bühne für ihre Performance „Voyage Into Infinity“ vollgestellt hat, fällt eines beim Einlass am wenigsten auf: Erst, als die Show beginnt und ein Schweinwerfer das Vogelhäuschen am linken vorderen Bühnenrand anstrahlt, richten sich die Blicke des Publikums darauf. Und erleben gleich den ersten Trick! Nachdem eine als Alpenpüppchen im Dirndl gekleidete Performerin herausgeklettert ist, bleibt wundersamerweise immer noch Platz für einen Kerzenständer. Und für noch eine Person. Und noch eine. Ihre Gesichter sind alle von Masken bedeckt, die aufgemalten Augen stets offen, wie jene der US-amerikanischen Künstlerin Narcissister selbst – angeblich spielt sie an diesem Abend in Wien auch persönlich mit.

Diese drei Charaktere nun, von denen man nicht weiß, ob man sie niedlich oder gefährlich finden soll, streifen staunend durch einen Wald aus wie zufällig aufgestellten Konstrukten: Zahlreiche Eimer sind auszumachen, Bretter und Leitern, verschiedene Variationen von Schaukeln und eine Hebebühne. Und dann passiert es: Mit den Kerzenflammen zu nah an eine Schnur gekommen, brennt diese durch. Dadurch löst sich die Spannung an einer an der Decke hängenden Leiter – diese kippt nach links, bringt eine hölzerne Walze ins Rollen: Schließlich sprühen Funken, und es kommt zu einer kleinen Explosion.

Weiterhören:

Kultur heute
Moderation: Michael Köhler
Donnerstag, 21. Mai 2026, 17:35 Uhr, Deutschlandfunk

"Voyage into Infinity" - Die Performerin Narcicisster bei den Wiener Festwochen
Deutschlandfunk
In Autor, Sprecher Tags Performance, Wiener Festwochen, Festival, Wien, USA, Kunst, Deutschlandfunk, Kritik

FAZIT – KULTUR VOM TAGE – Live-Kritik von den Wiener Festwochen auf Deutschlandfunk Kultur

May 19, 2026 Martin Pesl

© Walter Wodarczyk, Courtesy of the artist and Pioneer Works

Auftrag

Kritik von der Premiere „Voyage Into Infinity“ im Gespräch mit Charlotte Oelschlegel

Auftraggeber

Deutschlandfunk Kultur

Projektinfo

Für ihre neueste installative Arbeit stellt die US­-Perfor­mance­-Ikone Narcissistereine übergroße Kettenreaktionsmaschine aus recycelten All­tagsgegenständen auf die Bühne. Drei maskierte Performerinnen treiben sie stetig an: ein fallender Diskuswerfer (Pin-­up-­Boy der Nazipropaganda), eine in Flammen aufgehende Kugelbahn, ein vaginales Feuerwerk – Elemente eines choreografierten Spiels um Ursache und Wirkung. Während im Referenzfilm Der Lauf der Dinge (1987) von Peter Fischli und David Weiss der männliche Eingriff in dieses Spiel (mittels Filmschnitt) ver­heimlicht wurde, stellt Narcissister die weiblichen, teils nackten Performerin­nen als treibende Kräfte in den Vorder­grund. Ausgestattet mit emblemati­schen, puppenartigen Narcissister­ Masken werden sie zu Projektionsflä­chen und verkörpern einen unheimli­chen Kommentar zu tief verwurzelten Schönheitsidealen und zur Objektivie­rung von Frauen. Voyage Into Infinity ist Humor, Kritik und visuelles Spektakel in einem – rohe Energie und Punk-­Spirit.

Fazit – Kultur vom Tage
Moderation: Charlotte Oelschlege
Mittwoch, 20. Mai 2026, 23:05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur

Wiener Festwochen: "Voyage Into Infinity" von der US-Künstlerin Narcissister
Deutschlandradio Kultur
In Sprecher Tags Performance, Kritik, Festival, Wiener Festwochen, Deutschlandfunk Kultur

KULTUR HEUTE – Ausstellungsbericht aus dem MAK im Deutschlandfunk

May 13, 2026 Martin Pesl

Sakral geht es los. Am Eingang der Ausstellung „Christoph Schlingensief“ steht, beschallt von spirituellen Gesängen, die Church of Fear. Es handelt sich – im Original – um die begehbare kleine Kapelle, die erstmals 2003 bei der Biennale in Venedig präsentiert wurde. Kurator Raphael Gygax erklärt:

Das war natürlich auch zwei Jahre nach 9/11, Post-Terrorism, was bedeutet das, wie können wir uns unseren Ängsten stellen? Man sieht’s hier schon: „Sei stolz auf deine Angst, Angst ist Macht, habt Angst, umarmt die Macht“, also eigentlich die Idee war, ne Glaubensgemeinschaft zu gründen für die Ungläubigen.

Von diesem Scheitelpunkt aus können die Besucher:innen in zwei Richtungen weitergehen: im Wesentlichen zurück in der Zeit oder chronologisch nach vorn.  

Also die Idee war, wir wollen keine Retrospektive machen, aber trotzdem natürlich eine große Übersichtsausstellung zum Werk Christoph Schlingensief, und das ist natürlich eine Herausforderung, weil das Werk immens groß ist, dass wir uns auf größere Werke konzentrieren und, gegeben auch durch die Architektur hier im MAK, uns eigentlich an zwei Zeitlinien orientieren.

Weiterhören:

Kultur heute
Moderation: Doris Schäfer-Noske
14. Mai 2026, 17:30 Uhr, Deutschlandfunk

"Es ist nicht mehr mein Problem!" Ausstellung zu Christoph Schlingensief in Wien
Deutschlandfunk
In Autor, Sprecher Tags Deutschlandfunk, Wiener Festwochen, Ausstellung, Interview

FAZIT – KULTUR VOM TAGE – Bericht von der Rede an Europa 2026 auf Deutschlandfunk Kultur

May 13, 2026 Martin Pesl

© Mateusz Skwarczek

Auftrag

Bericht von der Rede an Europa von Anne Applebaum im Gespräch mit Charlotte Oelschlegel

Auftraggeber

Deutschlandfunk Kultur

Projektinfo

Die renommierte Historikerin und Autorin Anne Applebaum geht in der diesjährigen Rede an Europa – The European Moment – der Frage nach, ob die Stunde Europas gekommen ist und wodurch sich dieser historische Moment auszeichnet. Galten Systeme der Unterdrückung, Gewalt und autoritären Kontrolle im Westen bis vor kurzem als Anomalien, werden sie mittlerweile zunehmend als tragfähige Gesellschafts- und Regierungsmodelle angesehen.
Doch welche Optionen hat Europa angesichts einer zerfallenden Weltordnung? Welche Einsichten aus den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts werden in diese Entscheidung einfließen? Wird es der „Alten Welt“ gelingen, sich als glaubwürdige Alternative zur Rückkehr rückwärtsgewandter Ideen zu positionieren? Applebaum ist überzeugt: Wie Europa diese Fragen beantwortet, wird nicht nur den Kurs Europas prägen, sondern auch das Schicksal der Welt.

Seit 2019 liefert die von der ERSTE Stiftung initiierte Rede an Europa eine grundsätzliche Reflexion zur Gegenwart und Zukunft Europas. Als Ort dient der Wiener Judenplatz, der daran erinnert, dass Europa nur im Spiegel seiner Geschichte verstanden werden kann. Zu den Redner:innen in den Vorjahren zählen Timothy Snyder, Oleksandra Matwijtschuk, Omri Boehm und Lea Ypi.

Ein gemeinsames Projekt der Wiener Festwochen | Freie Republik Wien, Erste Stiftung und des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen
In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Wien

Fazit – Kultur vom Tage
Moderation: Charlotte Oelschlegel
Mittwoch, 13 Mai 2026, 23:05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur

Historikerin Anne Applebaum hält in Wien „Eine Rede an Europa“
Deutschlandradio Kultur
In Sprecher Tags Deutschlandfunk Kultur, Wiener Festwochen, Rede, Bericht
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