Stanisław Lems „Solaris“ aus 1961 gilt, auch aufgrund seines philosophischen Gehalts, als einer der besten Science-Fiction-Romane aller Zeiten. Dreimal wurde das Buch bisher verfilmt. Regisseur Roman Senkl versucht sich jetzt gewissermaßen an der vierten Filmversion. Und der fünften, der sechsten et cetera. Wann immer „Solaris“ auf dem Spielplan des Burgtheaters steht, findet eigentlich ein Dreh statt, dessen Ergebnis Interessierte live auf YouTube verfolgen können.
Inhaltlich folgt Senkl eng der Vorlage: Der berüchtigte Gallert-Ozean rund um den Planeten Solaris formt aus den persönlichen Erinnerungen der Forscher auf der Raumstation beängstigend konkrete Phantome. Beim Protagonisten Dr. Kelvin, von Daniel Jesch mit dem abgekämpften Ton eines Hollywood-Helden ausgestattet, ist die Besucherin seine verstorbene Frau Harey (betörend, auch gesanglich: Safira Robens).
Anders als bei Senkls voriger Arbeit für die Burg, „Das Haus“, ist diesmal auch ein ganz normaler Theaterbesuch in der Spielstätte Kasino am Schwarzenbergplatz möglich. Dort sieht das Publikum etliche Kameras und noch mehr Projektionsflächen. Das Streaming-Erlebnis soll auch für analog Anwesende nicht ganz verloren gehen.
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