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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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DURCHS KASINO WEHT EIN HAUCH HOLLYWOOD – Kritik aus der BURG im Falter 26/26

June 24, 2026 Martin Pesl

© Tommy Hetzel

Stanisław Lems „Solaris“ aus 1961 gilt, auch aufgrund seines philosophischen Gehalts, als einer der besten Science-Fiction-Romane aller Zeiten. Dreimal wurde das Buch bisher verfilmt. Regisseur Roman Senkl versucht sich jetzt gewissermaßen an der vierten Filmversion. Und der fünften, der sechsten et cetera. Wann immer „Solaris“ auf dem Spielplan des Burgtheaters steht, findet eigentlich ein Dreh statt, dessen Ergebnis Interessierte live auf YouTube verfolgen können.

Inhaltlich folgt Senkl eng der Vorlage: Der berüchtigte Gallert-Ozean rund um den Planeten Solaris formt aus den persönlichen Erinnerungen der Forscher auf der Raumstation beängstigend konkrete Phantome. Beim Protagonisten Dr. Kelvin, von Daniel Jesch mit dem abgekämpften Ton eines Hollywood-Helden ausgestattet, ist die Besucherin seine verstorbene Frau Harey (betörend, auch gesanglich: Safira Robens).

Anders als bei Senkls voriger Arbeit für die Burg, „Das Haus“, ist diesmal auch ein ganz normaler Theaterbesuch in der Spielstätte Kasino am Schwarzenbergplatz möglich. Dort sieht das Publikum etliche Kameras und noch mehr Projektionsflächen. Das Streaming-Erlebnis soll auch für analog Anwesende nicht ganz verloren gehen.

Weiterlesen im Falter 26/26

In Autor Tags Falter, Theater, Burgtheater, Kritik, Sci-Fi

3000 EINZELTEILE – Übertitel für eine Produktion im Akademietheater

June 18, 2026 Martin Pesl

© Tommy Hetzel

Auftrag

Erstellung und Fahren der deutsch-ungarischen Übertitel

Auftraggeber

Burgtheater

Projektinfo

In deutscher und ungarischer Sprache mit deutschen und ungarischen Übertiteln

Aus dem Ungarischen von Endre M. Holéczy 

Ein Theaterregisseur erhält von der BURG den Auftrag, ein Stück von und mit Rom:nja-Schauspieler:innen zu inszenieren. Prompt beschließt er, die realen Biografien der Beteiligten für sein Stück zu verwenden und lässt ein Haus aus ihrem Dorf in 3000 Einzelteile zerlegen, um es auf der Bühne des Akademietheaters wieder aufzubauen. Publikum und Presse sind in gespannter Erwartung auf die außergewöhnliche Inszenierung und erhoffen sich maximale Authentizität.

In seiner bitterbösen Satire 3000 EINZELTEILE stellt der ungarische Film- und Theaterregisseur Ádám Császi die unbequeme Frage, wie Minderheiten selbstbestimmt auf Bühnen sichtbar gemacht werden können und warum gute Absichten so oft zu falschen Ergebnissen führen.

In Übersetzer Tags Theater, Übertitel, Ungarisch, Deutsch, Burgtheater

„SANKT FALSTAFF“ ODER WER WIRD JETZT EIGENTLICH DER NÄCHSTE KÖNIG? – Theaterkritik im Falter 20/26

May 13, 2026 Martin Pesl

© Tommy Hetzel

Eine Zeile gegen Ende von Ewald Palmetshofers neuem Stück lautet: „Ein Brustkorb bricht“. Davon hat sich der Bühnenbildner Thilo Reuther offenbar inspirieren lassen: Die gesamte Aufführung spielt sich unterhalb eines gigantischen Gerippes ab, das die gesamte Burgtheater-Bühne überthront.

Palmetshofer, Jahrgang 1978, hatte seinen Durchbruch als Dramatiker vor knapp zwanzig Jahren mit einem unverkennbaren, künstlich verfremdeten und doch klangvollen Sprachstils. Am Münchner Residenztheater kam 2025 „Sankt Falstaff“ zur Uraufführung, seine Neudichtung des Stoffs, der William Shakespeares Königsdrama „Heinrich IV.“ zugrunde liegt.

Weiterlesen im Falter 20/26

In Autor Tags Theater, Kritik, Falter, Burgtheater

KULTUR HEUTE – Kritik aus dem Burgtheater im Deutschlandfunk

May 10, 2026 Martin Pesl

Birgit Minichmayr © Tommy Hetzel

Auf dem Wiener Rathausplatz erstrahlt schon das Eurovision Village in schillerndem Violett. Die Sonne scheint, es herrscht das Wetter für einen lauen Frühsommerabend im Freien. Doch bevor die Song-Contest-Woche feierlich eröffnet wird, steht gegenüber, im Burgtheater, die letzte große Premiere der Saison an: Karin Henkel hat die österreichische Erstaufführung von Ewald Palmetshofers Shakespeare-Überschreibung „Sankt Falstaff“ inszeniert.

So geht es also aus dem Hellen ins Dunkle. Thilo Reuther hat einen Raum praktisch ganz in Schwarz-Weiß entworfen, wie Bilder einer Überwachungskamera oder, noch naheliegender: Röntgenbilder. Die Bühne rahmt das gigantische Gerippe eines Brustkorbs, unter dem sich die Polittragödie abspielt. Rechts im Vordergrund stapeln sich einige Bildschirme, auf denen – schwarz-weiß natürlich – die analogen Assoziationen nochmals gedoppelt werden: Augen, denen nichts entgeht: Überwachungsbilder –, sezierende Blicke, die unter die Haut gehen: Röntgenaufnahmen. Dazu hin und wieder ein paar ulkige Avatare – denn Palmetshofers Stück spielt, auch wenn die ironisch nobel stilisierte Sprachpartitur es nicht auf den ersten Moment erkennen lässt, in unserer heutigen Zeit der Tracker, Handys und Videotelefonie.

Weiterhören:

Kultur heute
Moderation: Anja Reinhardt
Sonntag, 10. Mai 2026, 17:30 Uhr, Deutschlandfunk

"St. Falstaff" - Karin Henkel insz. Ewald Palmetshofer mit Staraufgebot in Wien
Deutschlandfunk
In Autor, Sprecher Tags Theater, Kritik, Burgtheater, Deutschlandfunk, Shakespeare
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