Vom queeren Mutter(un)glück erzählt ein Booker-nominierter katalanischer Roman.
Pedro Almodóvar sagt, er würde dieses Buch gern verfilmen. Das ist gut vorstellbar, aber auch sein Kollege David Cronenberg hätte womöglich seine Fantasien dazu: In „Boulder“ beschreibt die katalanische Schriftstellerin Eva Baltasar anschaulich und schonungslos den Körperhorror der Mutterschaft – allerdings den der indirekten. Die Ich-Erzählerin führt ein zügelloses Leben als Schiffsköchin, als sie Samsa kennenlernt und sich in sie verliebt. Die beiden ziehen zusammen nach Reykjavík, nehmen neue Jobs an und führen ein erfülltes Leben. Dann jedoch eröffnet Samsa ihrer Partnerin, die sie Boulder nennt (Samsa ist Geologin), sie wolle „mit ihr“ ein Kind. Boulder hat daran zwar keinerlei Interesse, willigt aber dennoch ein, sie bei dem Prozess der künstlichen Befruchtung, Schwangerschaft und Aufzucht des Kindes zu begleiten.
Weiterlesen in der Buchkultur 228
