• Aktuell
  • Blog
  • Autor
  • Übersetzer
  • Sprecher
  • Lektor
  • Kontakt
Menu

Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

Street Address
Vienna
Phone Number

Your Custom Text Here

Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

  • Aktuell
  • Blog
  • Autor
  • Übersetzer
  • Sprecher
  • Lektor
  • Kontakt

MUSA DAGH – Blitz-Bildung zu Werfels „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ im WIENER 401

June 7, 2015 Martin Pesl
Eindeutig im Urlaub gelesen: „Die vierzig Tage des Musa Dagh“  
 
0
0
1
2
.
1
1
2
14.0
 
 

 
 
 
Normal
0




false
false
false

DE
JA
X-NONE

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 <w:LatentStyles DefLockedState="false" DefUnhide…

Eindeutig im Urlaub gelesen: „Die vierzig Tage des Musa Dagh“  © S. Fischer Verlag bzw. Martin Thomas Pesl

Franz Werfel

Die vierzig Tage des Musa Dagh

S. Fischer Verlag, € 15,40

ISBN: 978-3-596-29458-9

Der WIENER liest für Sie Klassiker der Weltliteratur. Diesmal: ein Historienthriller mit eigener bewegter Historie zum 100. Gedenktag der Armenier-Tragödie

“Nichts erleichtert im Mißgeschick das menschliche Herz so wohltätig wie der Trieb, bestimmte Personen auch für ein elementares Unheil schuldig zu sprechen und mit Vorwürfen zu überhäufen.”

Schuldfragen. Dieses Jahr sind sie in aller Munde: die Armenier in der Türkei und das, was im Zuge des Ersten Weltkriegs vor genau 100 Jahren an ihnen verübt wurde. Papst Franziskus nannte es (durchaus nicht als Erster) bei einer Gedenkveranstaltung geradeheraus „Genozid“. Prompt gab es diplomatische Verstimmungen mit der Türkei. Einer jedenfalls hätte Franziskus sofort mit vehementer Geste zugenickt: der österreichische Schriftsteller Franz Werfel. Ohne seinen historischen Thriller „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ wäre die Tragödie der Armenier sehr wahrscheinlich viel weniger bekannt.

Werfel reiste mit seiner Frau 1929 in den Orient, wo ihm die wahre Geschichte der Menschen aus Yoghonoluk zugetragen wurde. Werfel wurde von Empathie gepackt, arbeitete sich in die historischen Fakten hinein und schuf rund um diese Fakten eine Fiktion, die seitdem ‒ 1933 kam der Roman heraus ‒ Scharen von Lesern knapp 1000 Seiten hindurch packt. Besonders dankbar waren die Armenier. Sie konnten ihr Glück kaum fassen, dass Werfel ihnen ungefragt ein so eindrückliches geistiges Denkmal setzte, und setzten ihm ihrerseits ein physisches, das heute im Wiener Schillerpark steht.

Yoghonoluk war ein „gallisches Dorf“ (in Wahrheit: ein armenisches) in der Südtürkei, dessen Gemeinschaft vom geplanten Vernichtungsfeldzug erfuhr und sich in einer Nacht-und-Nebel-Aktion auf dem Berg Musa Dağı verschanzte. Dort planten sie einerseits die Verteidigung gegen die Türken und versuchten andererseits, ein „normales“ Leben mit Unterricht und Gebet aufrechtzuerhalten. 4-5000 waren anfangs dabei, und Werfels kraftvolle Worte geben so manchem plastische Gestalt. Allen voran steht Gabriel Bagradian, nicht nur dank seines sagenhaft klingenden Namens eine veritable Heldenfigur. Am Ende der 40 Tage, als französische Kriegsschiffe die türkischen Belagerer zurücktreiben, die Schlacht also gewonnen ist, ist er so erschöpft, dass er den rettenden Schiffen fernbleibt und am Grab des Sohnes an einer letzten Kugel stirbt.

Wahrhaft Blut, Schweiß und Tränen werden hier vergossen, und der Heldendichter bezieht klar politisch Stellung: „Den Jungtürken aber gelang es, das Werk von Jahrhunderten in einem Atemzug zu zerstören. Sie taten das, was sie gerade als Beherrscher eines Völkerstaates niemals hätten tun dürfen! Durch ihren eigenen Nationalwahn erweckten sie den der unterworfenen Völker.“ Viel klarer hätte es der Papst auch nicht ausdrücken können.


HELD DER ARMENIER
Stationen im Werdegang eines Romans

NS-Verbot 1934
Werfels Roman kam quasi zeitgleich mit den Nazis. In NS-Deutschland wurde er schon drei Monate nach seinem Erscheinen auf Basis einer Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes wegen „Gefährdung öffentlicher Sicherheit und Ordnung“ verboten, die Akademie der Künste verbannte ihn. Nichtsdestotrotz, so schrieb Marcel Reich-Ranicki einmal, waren die „vierzig Tage“ wohl das meistgelesene Buch im Warschauer Ghetto.

Beststeller in den USA
Nach dem „Anschluss“ 1938 kehrten Werfel und seine Frau Alma Mahler nicht mehr nach Österreich zurück, sondern gingen in die USA. 1941 wurde Werfel gar amerikanischer Staatsbürger. Vor allem sein Roman über Bernadette, der die Jungfrau Maria in Lourdes erschien, aber auch die „vierzig Tage“ verkauften sich auf Englisch sensationell. Schon bei einer früheren USA-Reise hatte die armenische Community in New York den Schriftsteller hochleben lassen.  

Geplatzte Verfilmungen
Niemand geringerer als Clark Gable wurde für die Rolle des Gabriel Bagradian in der Hollywood-Verfilmung gecastet. Die türkische Botschaft jedoch übte so starken Druck aus, dass der Film nie gemacht wurde. Angeblich ereilte Mel Gibson im neuen Jahrtausend ein ähnliches Schicksal: Ein E-Mail-Shitstorm schreckte ihn vom Thema ab.

Werfeldenkmal
Der armenische Staat beauftragte im Jahr 2000 den Landsmann Ohan Petrosjan mit der Schaffung einer Büste, die Franz Werfel zeigt. Aufgestellt wurde sie unweit ehrenwerter Dichterkollegen wie Friedrich Schiller und Nikolaus Lenau. „In Dankbarkeit. Das armenische Volk“, ist darunter in Granit gemeißelt. 


„ARMENIER SEIN IST EINE UNMÖGLICHKEIT“ – Aus der bestgeschriebenen Anklageschrift der Welt

“Die Nacht des Musa Dagh saugte schnell die Julidämmerung auf. Der waagrechte Halbmond stieß sich von den Gipfelschroffen des Amanus im Osten ab und fuhr frei in den Raum hinaus.”
— S. 256
“Wenn ich nicht an das Böse glaube, so gibt es kein Böses in der Welt ... Wenn ich nicht an den Tod glaube, so gibt es keinen Tod in der Welt ... Mögen sie mich ermorden, ich werde es nicht einmal merken ... Wer diesen Punkt erreicht, der baut die Welt aus dem Geiste neu!”
— S. 546
“In jedem Mißerfolg aber liegt ein Element der Gnade, weil er die ganze Lächerlichkeit menschlicher Wert-Anmaßungen grinsend entlarvt.”
— S. 584
“Dies war aber nicht nur das gewöhnliche Kopfwackeln, das ihn seit seiner Krankheit häufig anfiel. Es bedeutete das fassungslose Nicht-Begreifen einer Welt, in der zum Geist verpflichtete Wesen, anstatt in die Wonnen der Definitionen, Formeln und Verse einzudringen, sich mit fanatischem Gurgelabschneiden befassen.”
— S. 749
“Armenier sein ist eine Unmöglichkeit. Sehr wahr! Die Unmöglichkeiten sind aber für Gabriel Bagradian abgetan. Mit unbeschreiblicher Sicherheit erfüllt ihn das Einzig-Mögliche. Er hat das Schicksal seines Blutes geteilt. Er hat den Kampf seines Heimatvolkes geführt.”
— S. 973
0
0
1
2
.
1
1
2
14.0
 
 

 

 
Normal
0




false
false
false

DE
JA
X-NONE

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 <w:LatentStyles DefLockedState="false" DefUnhideWhenUsed="true"
DefSemiHidden="true" DefQFormat="false" DefPriority="99"
L…

© S. Fischer

 

 

In Autor Tags Blitz-Bildung, Buch, Roman

JUGEND INNOVATIV 2014/15 – Kurzprofile, Nominee-Clips, Finalist/innenbroschüre

June 1, 2015 Martin Pesl
Vom Intro-Dreh.&nbsp; 
 
0
0
1
1
.
1
1
1
14.0
 
 

 
 
 
Normal
0




false
false
false

DE
JA
X-NONE

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 <w:LatentStyles DefLockedState="false" DefUnhideWhenUsed="true"
DefSemiHidden="true" DefQFormat="fa…

Vom Intro-Dreh.  © Catharina Kleber

Auftrag

Verfassen von 35 Kurzporträts sowie Konzeption und Moderation von insgesamt 42 Kurzvideos zu den Finalteams des Wettbewerbs Jugend Innovativ 2014/15, später Korrektorat der Finalist/innenbroschüre

Auftraggeberin

cardamom – Agentur zur Förderung des guten Geschmacks

Projektinfo

Jugend Innovativ ist der größte österreichweite Schulwettbewerb für innovative Ideen. Der Wettbewerb ermöglicht jungen Menschen, ihre eigenen Ideen weiterzuentwickeln, zu verwirklichen und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das Projektthema kann frei gewählt werden, muss aber in eine der folgenden Kategorien passen: → Young Entrepreneurs , → Design , → Engineering , → Science , → Sustainability oder → idea.goes.app.

Seit mittlerweile 27 Jahren beweisen Österreichs Schülerinnen und Schüler, dass Innovation nicht nur eine Sache der „Erwachsenen“ ist, indem sie geniale Ideen und Entwicklungen im Rahmen von Jugend Innovativ der Öffentlichkeit präsentieren und damit zeigen, welches Kreativitäts- und Innovationspotenzial in ihnen steckt!

Die besten Projekte der 28. Jugend-Innovativ-Wettbewerbsrunde wurden im Rahmen der Halbfinalevents in den Bundesländern und im Rahmen des 28. Bundes-Finales, das vom 27. bis 29. Mai 2015 im Raiffeisen Forum Wien stattfand, ausgestellt und mit Preisen im Wert von über EUR 60.000,- ausgezeichnet.

Weitere Informationen…

In Sprecher, Lektor Tags AWS, cardamom, Video, Interview

PLANNING UNPLANNED – Publikation von Barbara Holub und Christine Hohenbüchler

May 31, 2015 Martin Pesl
0
0
1
2
.
1
1
2
14.0
 
 

 

 
Normal
0




false
false
false

DE
JA
X-NONE

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 <w:LatentStyles DefLockedState="false" DefUnhideWhenUsed="true"
DefSemiHidden="true" DefQFormat="false" DefPriority="99"
L…

© Verlag für moderne Kunst

Auftrag

Endlektorat der Publikation auf Deutsch und Englisch, Übersetzung einiger Kurztexte ins Englische

Auftraggeberin

Barbara Holub

Projektinfo

„Planning Unplanned“ untersucht Möglichkeiten, wie künstlerisch-urbane Strategien aktiv in Stadtentwicklung eingreifen und neue, sozial ausgerichtete Mehrwerte, die für die Gemeinschaft eintreten, Terrain gewinnen können.

Die Publikation enthält Texte von Barbara Holub, Jeanne van Heeswijk, Georg Winter und anderen Größen im Bereich der „Urban Practitioners“.

In Lektor Tags Buch, Social Design, Kunst

ÖSTERREICH IST EIN FALLBEISPIEL – Interviews mit Serdar Somuncu und Michael Mittermeier im WIENER 401

May 30, 2015 Martin Pesl
0
0
1
2
.
1
1
2
14.0
 
 

 

 
Normal
0




false
false
false

DE
JA
X-NONE

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 <w:LatentStyles DefLockedState="false" DefUnhideWhenUsed="true"
DefSemiHidden="true" DefQFormat="false" DefPriority="99"
L…

© WIENER

Österreich ist ein Fallbeispiel

Deutscher Humor – ein sehr kurzer Witz? Schon längst nicht mehr. Die Herren aus dem Nachbarland entpuppen sich als überaus pointensichere Provokateure – allen voran Serdar Somuncu

Eigentlich dürfte hier nichts über ihn stehen. Serdar Somuncu braucht keine Werbung. „Ich habe immer viele Zuschauer, obwohl nie ein einziges Plakat hängt. Das liegt daran, dass sich herumgesprochen hat, dass bei mir etwas Unberechenbares passiert“, erzählt er. „Und meist geht es gut aus.“ Nicht immer. Als der in Istanbul gebürtige deutsche Schauspieler und Kabarettist in den Neunzigern mit einer satirischen Lesung aus Hitlers „Mein Kampf“ durch die Lande zog, gingen die Wogen hoch und Somuncu spielte acht Jahre lang Polizeischutz. Auch in Österreich, obwohl hier die Behörden erst meinten: „Wurscht, spiel halt.“

Mittlerweile ist Somuncu als der „Hassprediger“ berüchtigt. Diese Figur verschonte niemanden, spie Feuer gegen alle Minder- und Mehrheiten und brachte das Publikum dazu, über sich selbst nachzudenken. Dann ließ Somuncu den „Hassprediger“ sterben. Im neuen Programm „H2 Universe – Die Machtergreifung“ ist er wieder da und tourt durch Österreich. Wie das aussieht? Weiß Somuncu selbst noch nicht. Was er weiß – das ergibt das WIENER-Gespräch im Vorfeld –, ist jede Menge über österreichische Politik.

Wie kommt es, dass Sie Ihren „Hassprediger“ wieder hervorholen? Es war ein geplantes Manöver. Zum Programm gehört, dass ich als Prophet für eine gewisse Zeit auf die Erde komme, dann auf spektakuläre Art sterbe und dann als Geist wiederkehre. Und auf dieser Tour bin ich eigentlich der Geist meiner selbst. Das hat den Vorteil: Ich kann noch viel härter sein. Die Zeit spielt uns dabei eigentlich in die Tasche. Je mehr „Charlie Hebdo“, je mehr Leute sagen: Bloß keine Witze über Mohammed, desto witziger wird mein Programm.

Eckt es denn auch immer noch so schön an wie etwa Ihre „Mein Kampf“-Lesung? Gute Frage, die habe ich mir selbst noch nie gestellt. In meinen 30 Jahren auf der Bühne hat sich ein Ruf aufgebaut, auch in Österreich: Wenn der Somuncu kommt, wird es provokant. Das nimmt natürlich die Brisanz, fordert mich aber immer wieder neu heraus, wie ich diesen Konsens aufbrechen kann. Letztens war ich in die renommierte „Anstalt“ im ZDF eingeladen, da fiel mir ein, ich müsste eigentlich einen Pro-Pegida-Sketch spielen und sagen: Die haben doch Recht, die sind gegen die Überfremdung des Abendlandes – seid ihr doch auch alle, was stellt ihr euch so an? Am Ende ist wichtig, dass ich mein Label nicht verrate. Denn ich mache das natürlich nicht, weil ich pro Pegida bin, sondern weil ich den Denkansatz verändern möchte. Ich befürworte Pegida nicht, aber ich finde es erwartbar und würde nicht so affektiv damit umgehen. Das ist ja in Österreich genauso: Die FPÖ bekommt 20 %, und dann wird darüber nachgedacht, wie man reagieren soll, damit es nicht so schlimm wird. Man müsste im Vorfeld darüber nachdenken. 

Macht es einen Unterschied, mit einem Programm wie Ihrem nach Österreich zu kommen? Absolut. Der Impetus ist ein anderer, und die Ansprache an das Publikum ist anders. Wenn ich in Wien spiele, ist es zudem anders als in Leonding. Aber in Österreich fühlt es sich für mich deutscher an als in Deutschland. Es ist ein viel klarerer Extrakt aus dem Klischee des Deutschen, als man das in Deutschland kennt.  

Liegt das auch daran, dass wir Österreicher etwas Deutsches erwarten, wenn wir uns einen deutschen Kabarettisten anschauen gehen? Ich glaube, das ist in den letzten zehn Jahren zusammengewachsen. Als ich vor 30 Jahren erstmals in Österreich gespielt habe, war das hier völlig fremd: anderes Geld, andere Gedanken, anderer Humor. Das hat sich geändert, weil wir über die Boulevardmedien gleichgeschaltet sind. Wir kennen in Deutschland zum Beispiel Lugner. Auch Conchita Wurst ist nach Deutschland übergeschwappt und hat eine Debatte ausgelöst, die ihr schon vor drei-vier Jahren hattet, als sie zum ersten Mal auftauchte: Darf eine Frau einen Bart tragen?

Österreich ist auch das Land, wo (zumindest ist das mein Eindruck) das Wort „Überfremdung“ erfunden wurde. Österreich war immer schon an der Demarkationslinie zwischen Ost und West, und das unmittelbare Aufeinandertreffen kultureller Unterschiede hat Spuren hinterlassen. Begriffe wie „Tschusch“ oder „die Slowenen“ sind hier viel offensichtlicher negativ gebräuchlich. In Deutschland ist der innere Zensor immer eingeschaltet, der verbietet, so etwas zu sagen. Daraus wiederum entsteht eine Schmollhaltung, die immer eskaliert, wenn jemand ein Buch schreibt und sich zum Stellvertreter der schweigenden Mehrheit macht. In Österreich sagt ein Strache ganz offensichtlich Dinge, bei denen sich einem die Haare sträuben. Deshalb spiele ich mein Programm hier ganz anders.

Bedarf es da einer besonderen eigenen Vorbereitung? Bei mir ja, weil ich mich für Österreich sehr interessiere. Hier ist die Ausländerfeindlichkeit klarer und sichtbarer strukturiert, denn die AfD in Deutschland riecht zwar das Potenzial, traut sich aber nicht, FPÖ zu sein. Österreich ist ein Fallbeispiel und interessiert mich daher sehr.

Braucht es spezielle Tricks, diese „Bild“- oder „Krone“-Leser in die Vorstellung zu bekommen? Ich habe das Alleinstellungsmerkmal, dass mein Publikum sehr inhomogen ist. Bei anderen Kollegen kommt Kabarettpublikum oder Ethnopublikum. Bei mir sitzen 13-jährige Hiphop-Kids und 70-jährige drin. Ich kann hochtrabend intellektuell erzählen und auch sehr einfach mit Fäkalbegriffen hantieren. Ich will diese Schnittmenge und auch den Dialog zwischen den Zuschauern. 

Am 13. und 14. Juni 2015 gastiert Serdar Somuncu mit „H2 Universe – Die Machtergreifung“ im Stadtsaal.


 

Mit „Blackout“ in Wien
ittermeier: Pegida wäre hier ein Linksableger der FPÖ

Drei Fragen an Michael Mittermeier (2. bis 5. Juni 2015, Wiener Stadthalle):

Herr Mittermeier, sind Österreicher ein besonderes Publikum? Jedes Publikum hört gerne Dinge aus dem eigenen Land. Ich bringe immer österreichische Dinge ein. Wir werden sicher über den Song Contest reden und darüber, dass ihr dieses Jahr letzte geworden seid, obwohl ihr doch letztes Jahr erste wart!  

Sie wurden auf Anti-Pegida-Demos gesichtet. Die Bewegung Pegida gibt es jetzt ja auch in Österreich und hat wesentlich mehr Gegendemonstranten als Teilnehmer. Ist die Bewegung mittlerweile tot? Ihr braucht doch kein Pegida, ihr habt den Strache. Pegida wäre hier nur ein Linksableger der FPÖ. Pegida war ein Zeitgeistphänomen, aber es war wichtig, dagegenzugehen. Allein auf meine Ankündigung der Anti-Pegida-Demo kam ein Shitstorm auf Facebook: „Wir sind nicht alles Nazis!“ Diese Leute wollen auch ernstgenommen werden, aber ich muss die Vollidioten nicht ernstnehmen. Es gibt keine Islamisierung des Abendlandes.  

Schrecken einen als bekannten Kabarettisten solche Erlebnisse davon ab, die sozialen Medien zu nutzen? Menschlich war das in vielen Fällen sehr schlimm, aber deswegen nutze ich doch nicht weniger soziale Medien. Ich habe ja auch gesagt: Jeder Künstler, der sich von Bedrohungen einschüchtern lässt – „Wir verbrennen deine CDs“, „Komm nicht nach Dresden, sonst passiert was“ – und sein Programm ändert, hat seine Berechtigung als Künstler verloren. 

 

In Autor Tags Interview, Kabarett
← Newer Posts Older Posts →

FILTER

Filtern nach Kategorie: Blog
Filtern nach Kategorie:
Filtern nach Kategorie: Übersetzer
Filtern nach Kategorie: Sprecher
Filtern nach Kategorie: Lektor
RSS Feed des Blogs abonnieren

Tags

  • Theater
  • Kritik
  • Falter
  • Wien
  • Festival
  • Nachtkritik
  • Buchkultur
  • Burgtheater
  • Interview
  • Wiener Festwochen
  • Performance
  • Deutschlandfunk Kultur
  • Rezension
  • Tanz
  • Buch
 


℗ © 2005–2016 Martin Thomas Pesl