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Martin Thomas Pesl – Autor, Übersetzer, Sprecher und Lektor

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BEFREIUNGSSCHLAG AUF EX – Nachtkritik von den Bregenzer Festspielen

August 13, 2026 Martin Pesl

© Dietmar Mathis

Natalie Baudy gewann im vergangenen Jahr den Preis der Österreichischen Theaterallianz. Jetzt wurde ihr Stück "under the influence" uraufgeführt. Im Zentrum stehen drei Nachbarinnen, die Hangover-gezeichnete Göttin Dionysa und eine Parabel gegen das Trinken, die eine überraschende Wendung nimmt.

13. August 2026. Im Loop spielt es "Bitch Habit" von April March, während das Publikum im Bregenzer Theater Kosmos eintröpfelt. Dazu läuft ein Videovorspann als Ersatz für die geradezu Tennessee-Williams-haft ausführliche Szenenbeschreibung, die Natalie Baudy ihrem Stück "under the influence" vorangestellt hat. Von drei Wohnungen im siebten Stock hat Regisseur und Bühnenbildner Josef Maria Krasanovsky nur Türrahmen und verflieste Ästhetik übriggelassen. Der graue Lichthof und die biblischen Plagen, die unablässig darauf niederregnen – Würmer, Insekten, Blut und was noch alles –, bleiben Abstraktionen in Dominika Kalchers filmischen Collagen.

Die Autorin, 1990 geboren, ist derzeit als Dramaturgin am Schauspiel Erlangen beschäftigt. Mit ihrem Stück "under the influence" gewann Natalie Baudy 2025 den Preis der Österreichischen Theaterallianz. Drei der sieben freien Mittelbühnen, die diesem Zusammenschluss angehören, koproduzieren nun die Uraufführung bei den Bregenzer Festspielen, auch die anderen vier werden sie vermutlich früher oder später als Gastspiel zeigen.

Feiern was das Zeug hält

Motto des alle zwei Jahre ausgeschriebenen Wettbewerbs war "Tanz auf dem Vulkan – Feiern gegen den Abgrund", was erklärt, wie Dionysos in dieses Wohnhaus kommt, der Gott des Rausches, des Weins und des Überflusses – falsch: die Göttin, Tochter des Zeus (das mit dem Sohn war ein Übersetzungsfehler). Lisa Schrammel gibt sie wie den personifizierten Hangover, noch im kleinen Schwarzen, aber schon mit zerzauster Frisur und dunkler Brille. Dionysos ist hier Hausmeisterin und außerdem dafür verantwortlich, dass die drei Nachbarinnen Ems, Anja und Lieselott wegen der Plagen das Gebäude nicht verlassen. Zeit und Ort werden zu einer Einheitssuppe: Auf wessen Sofa sitzen sie eigentlich, und wie lange geht das alles schon?

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In Autor Tags Nachtkritik, Kritik, Theater, Festival, Vorarlberg
IN DER SCHEISSE WURLN – Nachtkritik aus dem Griessner Stadl →

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