19. Mai 2026. Schwarz geht es los, tiefschwarz. Den Raum regiert diese ehrfurchtgebietende Totalschwärze, wie sie im Theater nur möglich ist, wenn der Saaldienst die Notausgangsschilder bedeckt. Kurz nur, klar, aber es genügt, um eine Stimmung der Aufmerksamkeit zu kreieren.
Alice Diop wird sie eine gute Stunde lang halten, indem sie nichts anderes tut, als einen Text zu rezitieren. Sobald das Licht wieder auf den Schreibtisch scheint, dessen penible Ordentlichkeit, mit Lämpchen und kleingedruckter Fachliteratur, das Publikum der Wiener Festwochen schon während des Einlasses ins Schauspielhaus betrachten konnte, sitzt Diop dahinter und beginnt zu sprechen. Sie schlüpft dabei gewissermaßen in eine Rolle, jene der Autorin Robin Coste Lewis, die in Ich-Form von einer mentalen Schiffsreise berichtet.
